Geldentscheid

Was ist ein Robo-Advisor? Funktionsweise, Kosten, Chancen und Grenzen erklärt

Ein Robo-Advisor ist eine digitale Vermögensverwaltung. Sie beantworten online Fragen zu Ihren Zielen, Ihrem Vermögen und Ihrer Risikobereitschaft, und eine Software legt Ihr Geld danach in ein fertiges Portfolio an, meist aus Aktien- und Anleihen-ETFs, überwacht es und schichtet bei Bedarf um. Rechtlich handelt es sich in aller Regel um eine Finanzportfolioverwaltung: Der Anbieter darf im vereinbarten Rahmen ohne Rückfrage kaufen und verkaufen und braucht dafür eine Erlaubnis der Finanzaufsicht, in Deutschland der BaFin. Für diesen Service zahlen Sie einschließlich der Fondskosten bei den meisten Angeboten, die ausschließlich in ETFs anlegen, zwischen 0,5 und 1 Prozent Ihres Depotwerts im Jahr; Anbieter mit hauseigenen oder aktiv gemanagten Fonds verlangen oft mehr.

Unser Urteil vorweg: Ein Robo-Advisor ist eine solide und bequeme Lösung, für die meisten Anleger aber nicht die beste. Gegenüber einem Mischfonds aus der Bankfiliale spart er viel Geld. Wer dagegen bereit ist, einmal einen Welt-ETF auszuwählen und einen Sparplan einzurichten, erreicht mit einem eigenen Depot dasselbe und zahlt dafür einen Bruchteil; bei 350 Euro im Monat und Robo-Kosten von 0,9 Prozent macht der Unterschied nach 20 Jahren rund 11.600 Euro aus. Lohnen kann sich ein Robo-Advisor für Anleger, die ohne fertige Lösung gar nicht anfangen würden, die eine Mischung aus Aktien und Anleihen wollen, ohne sie selbst zu pflegen, oder die bisher deutlich teurere Bankprodukte besitzen.

Was ist ein Robo-Advisor?

Ein Robo-Advisor wertet Ihre Angaben aus einem Online-Fragebogen aus, legt Ihr Geld in ein breit gestreutes Standardportfolio und entscheidet innerhalb der vereinbarten Anlagerichtlinien selbst, was gekauft und verkauft wird. Das Depot liegt dabei auf Ihren Namen bei einer Bank.

Der Begriff setzt sich aus den englischen Wörtern Robot und Advisor zusammen, Roboter und Berater. Beide Teile führen in die Irre. Statt eines Roboters arbeitet ein Regelwerk, das Ihre Antworten einer Anlagestrategie zuordnet. Und beraten im eigentlichen Sinn werden Sie auch nicht: Der typische Robo-Advisor empfiehlt Ihnen kein Produkt, das Sie anschließend selbst kaufen, er verwaltet Ihr Geld. Treffender ist deshalb die deutsche Bezeichnung digitale oder automatisierte Vermögensverwaltung.

Die BaFin fasst unter dem Schlagwort Robo-Advice, oft auch Robo-Advisory genannt, alle Angebote zusammen, bei denen ganz oder teilweise automatisierte Systeme die Geldanlage übernehmen, und unterscheidet zwei Formen. Bei der automatisierten Anlageberatung erhalten Sie Vorschläge für bestimmte Fonds oder ETFs, entscheiden aber selbst, ob Sie kaufen; solche Anbieter verdienen nach Angaben der Aufsicht meist zusätzlich an Provisionen für die empfohlenen Produkte. Bei der automatisierten Finanzportfolioverwaltung, dem heute üblichen Modell, überlassen Sie dem Anbieter die Entscheidungen. Er kauft, verkauft und schichtet um, ohne Sie jedes Mal zu fragen, bleibt dabei aber an die Anlagerichtlinien gebunden, die Sie mit ihm vereinbart haben, etwa an eine bestimmte Aktienquote und an die zulässigen Anlageklassen. Für diese Art der Verwaltung verlangt das Gesetz eine Erlaubnis der BaFin (§ 15 WpIG bzw. § 32 KWG).

Von der klassischen Vermögensverwaltung einer Privatbank unterscheidet sich der Robo-Advisor durch Automatisierung und Preis. Ein menschlicher Vermögensverwalter nimmt Kunden häufig erst ab sechsstelligen Beträgen an und stimmt die Strategie im Gespräch ab, der Robo beginnt bei wenigen Euro und arbeitet mit Standardportfolios. Auch ein Mischfonds übernimmt die Aufteilung zwischen Aktien und Anleihen. Dort besitzen Sie aber Anteile an einem Fonds, den ein Fondsmanager steuert, während beim Robo-Advisor in der Regel die einzelnen ETFs in Ihrem eigenen Depot liegen und Sie jederzeit sehen, was Sie besitzen. Mit einem Online-Broker hat der Robo-Advisor dagegen nur die App gemeinsam: Beim Broker entscheiden Sie alles selbst.

In Deutschland ist die digitale Vermögensverwaltung eine Nische geblieben. Eine Branchenumfrage schätzt das verwaltete Vermögen für 2025 auf 18 bis 19 Milliarden Euro bei gut einer Viertelmillion Kunden. Zum Vergleich: Allein ETF-Sparpläne wurden in Deutschland schon im Herbst 2024 rund 9,5 Millionen Mal im Monat ausgeführt.

So funktioniert ein Robo-Advisor

Der Ablauf ist bei fast allen Anbietern gleich. Der wichtigste Teil passiert ganz am Anfang.

  1. Fragebogen. Bevor ein Robo-Advisor Ihr Geld anlegen darf, muss er prüfen, welche Anlage zu Ihnen passt. Das Wertpapierhandelsgesetz schreibt ihm vor, Ihre Kenntnisse und Erfahrungen, Ihre finanziellen Verhältnisse einschließlich Ihrer Fähigkeit, Verluste zu tragen, sowie Ihre Anlageziele einschließlich Ihrer Risikotoleranz abzufragen (§ 64 Abs. 3 WpHG). Seit August 2022 gehört auch die Frage dazu, ob und in welchem Umfang Ihnen Nachhaltigkeit bei der Geldanlage wichtig ist. Aus den Antworten leitet der Anbieter Ihre Strategie ab, und ein Algorithmus kann nur so gut zuordnen, wie Ihre Angaben stimmen. Wer seine Nerven für den nächsten Börsencrash überschätzt, bekommt ein Portfolio, das er im Ernstfall nicht durchhält.
  2. Strategievorschlag. Am Ende steht ein Vorschlag, meist ausgedrückt als Risikostufe oder Aktienquote, etwa 70 Prozent Aktien und 30 Prozent Anleihen. Je nach Anbieter können Sie ihn annehmen oder eine vorsichtigere oder mutigere Stufe wählen. Dazu erhalten Sie eine Aufstellung der erwarteten Kosten in Euro und Prozent.
  3. Depot eröffnen. In der Regel verwahrt der Robo-Advisor Ihr Geld nicht selbst: Depot und Verrechnungskonto führt eine Partnerbank. Gehört der Robo zu einer Bank, liegt das Depot meist dort. Sie eröffnen beides in einem Zug und weisen sich per Video oder Online-Ausweis aus. Mit dem Vermögensverwaltungsvertrag erteilen Sie dem Anbieter die Vollmacht, in diesem Depot für Sie zu handeln.
  4. Geld anlegen. Sie zahlen einen Einmalbetrag ein, richten einen Sparplan ein oder beides. Die Mindestbeträge reichen je nach Anbieter von einem Euro bis zu einem fünfstelligen Betrag, Sparpläne sind meist ab 25 Euro möglich. Der Anbieter kauft die ETFs in den vorgesehenen Anteilen. Weil die Beträge selten genau aufgehen, entstehen dabei Bruchstücke, etwa 3,27 Anteile eines ETFs. So ist jeder Euro sofort angelegt, was beim späteren Ausstieg allerdings eine Kehrseite hat.
  5. Überwachen und umschichten. Danach läuft das Depot weitgehend von selbst. Weil sich Aktien und Anleihen unterschiedlich entwickeln, verschiebt sich die Aufteilung mit der Zeit; nach einem guten Börsenjahr liegt die Aktienquote vielleicht bei 76 statt 70 Prozent. Der Robo-Advisor stellt die Zielgewichtung dann wieder her. Manche Anbieter erledigen dieses Rebalancing zu festen Terminen, andere, sobald eine Abweichung eine bestimmte Schwelle überschreitet, und viele lenken zusätzlich neue Einzahlungen in die Anlageklasse, die gerade zu schwach gewichtet ist. Wie sich die Verfahren unterscheiden, erklärt der Ratgeber Rebalancing.
  6. Berichten. Als Vermögensverwalter muss der Anbieter Ihnen regelmäßig Rechenschaft ablegen, in der Regel vierteljährlich, und einmal im Jahr die angefallenen Kosten in Euro aufschlüsseln. Weniger bekannt ist eine dritte Pflicht: Fällt der Wert Ihres Portfolios gegenüber dem Beginn des jeweiligen Berichtszeitraums um 10 Prozent, muss er Sie spätestens am Ende des Geschäftstags informieren, danach bei jedem weiteren Minus von 10 Prozent erneut (Art. 62 der Delegierten Verordnung (EU) 2017/565). Lag Ihr Depot zu Beginn des Quartals bei 45.000 Euro, erhalten Sie also eine Nachricht, sobald es unter 40.500 Euro fällt, und eine weitere unter 36.000 Euro. Eine solche Mitteilung ist eine Information, kein Alarmsignal, und verkaufen müssen Sie deshalb nichts.

Welche Strategien es gibt

Unter dem Etikett Robo-Advisor laufen recht unterschiedliche Konzepte. Für Ihre Entscheidung ist das wichtiger als die Frage, welcher Anbieter im vergangenen Jahr die höchste Rendite erzielt hat.

Modell So funktioniert es Worauf Sie achten sollten
Statische ETF-Strategie feste Aufteilung auf breit gestreute Aktien- und Anleihen-ETFs, Rebalancing zurück auf die Zielquote entspricht weitgehend einem selbst gebauten ETF-Portfolio; der Unterschied liegt vor allem bei den Kosten
Dynamische, risikogesteuerte Strategie ein Rechenmodell passt die Aktienquote an die Marktlage an, um eine Verlustgrenze einzuhalten schwerer nachvollziehbar; kann in schnellen Einbrüchen zu spät reagieren
Strategie mit eigenen Fonds Anbieter legt in hauseigene ETFs, Misch- oder Dachfonds an Servicegebühr teils niedrig oder null, dafür höhere Fondskosten; Interessenkonflikt bei der Produktauswahl
Hybride Modelle automatisierte Verwaltung plus persönlicher Ansprechpartner teurer; prüfen, was die persönliche Betreuung konkret leistet

Für die meisten Anleger spricht aus unserer Sicht alles für die statische Variante. Sie ist günstig, leicht zu verstehen und tut, was eine langfristige Geldanlage braucht: breit streuen und investiert bleiben. Dynamische Modelle versprechen, Verluste zu begrenzen. Kritiker werfen ihnen vor, in schnellen Einbrüchen wie im Frühjahr 2020 zu träge zu reagieren, also Aktien erst nach dem Absturz zu verkaufen und den Wiederanstieg teilweise zu verpassen. Dass solche Modelle über einen vollständigen Börsenzyklus besser abschneiden als eine feste Aufteilung, ist nicht belegt.

Steckt künstliche Intelligenz dahinter?

Meist nicht, auch wenn die Werbung gern diesen Eindruck erweckt. Die Zuordnung vom Fragebogen zur Strategie folgt festen Regeln, die Portfolios beruhen auf der klassischen Portfoliotheorie, und das Rebalancing ist eine Rechenaufgabe. Einzelne Anbieter erklären sogar offen, dass sie auf KI-gestützte Prognosen verzichten, weil deren Mehrwert nicht belegt ist. Das ist kein Mangel. Die Stärke eines guten Robo-Advisors liegt gerade darin, dass er nicht versucht, den Markt vorherzusagen.

Wirbt ein Anbieter ausdrücklich mit künstlicher Intelligenz, sollte er erklären können, was das System konkret entscheidet und wie es sich über mehrere Jahre einschließlich eines Kursrutsches geschlagen hat. Die europäische Wertpapieraufsicht ESMA verlangt von allen Anbietern, ihre Algorithmen zu überwachen und zu testen und ihren Kunden klar zu sagen, ob und wie sie einen Menschen erreichen können.

Was kostet ein Robo-Advisor?

Die Kosten setzen sich aus zwei großen Bausteinen zusammen, und viele Werbeseiten nennen nur den ersten.

Kostenbaustein Typische Höhe pro Jahr Was dahintersteckt
Servicegebühr (Verwaltungsgebühr) rund 0,3 bis 1,0 % des Depotwerts Vergütung des Anbieters für Verwaltung und Rebalancing, meist einschließlich Depot und Orders; oft als „All-in-Fee“ beworben
Fondskosten (laufende Kosten, TER) rund 0,1 bis 0,4 % Kosten der ETFs oder Fonds im Portfolio; sie werden im Fondsvermögen verrechnet und tauchen nicht als eigene Buchung auf
Weitere Kosten meist gering, im Einzelfall erheblich Spreads beim Umschichten, bei manchen Anbietern eine erfolgsabhängige Gebühr

Typische Spannen laut Anbieterübersichten und Branchenauswertungen, Stand September 2026; einzelne Angebote liegen darüber.

Entscheidend ist die Summe. Die Stiftung Warentest hat im Juni 2026 sechzehn Robo-Advisors untersucht: Der günstigste kostete einschließlich der Fondskosten 0,31 Prozent der Anlagesumme im Jahr, der teuerste über 2,60 Prozent. Robo-Advisors, die nur in ETFs anlegen, kommen meist auf 0,5 bis 1 Prozent; wer hauseigene oder aktiv gemanagte Fonds einsetzt, liegt häufig darüber. Das Schlagwort „All-in-Fee“ sollten Sie deshalb genau lesen. Es bedeutet meist, dass Depot, Orders und Rebalancing in der Servicegebühr enthalten sind, nicht aber die Kosten der Fonds, die zusätzlich anfallen.

Für ein Depot mit 45.000 Euro heißt das zum Beispiel: Eine Servicegebühr von 0,5 Prozent kostet 225 Euro im Jahr, die Fondskosten von 0,2 Prozent weitere 90 Euro. Zusammen sind das 315 Euro, und weil beide Posten am Depotwert hängen, wächst der Betrag mit dem Vermögen. Ein selbst geführtes Depot mit denselben ETFs kostet bei einem Broker ohne Depotgebühr nur die 90 Euro Fondskosten. Was Sie im vergangenen Jahr gezahlt haben, steht in der Ex-post-Kosteninformation, die Ihnen jeder Anbieter einmal im Jahr schicken muss, in Euro und in Prozent.

Wie Robo-Advisors ihr Geld verdienen

Die meisten verdienen an der Servicegebühr, und die bemisst sich am Depotwert. Je mehr Sie anlegen und je besser die Börse läuft, desto mehr zahlen Sie, ohne dass der Anbieter dafür mehr leistet. Manche verzichten ganz auf eine Servicegebühr und legen stattdessen in eigene Fonds an, deren laufende Kosten dann entsprechend höher sind. Kostenlos ist ein solches Angebot also nicht, die Kosten stecken nur an anderer Stelle. Erfolgsabhängige Gebühren sind selten. Wir halten sie bei einer passiven Geldanlage für einen Fehlanreiz, weil sie den Anbieter für Risiken belohnen, deren Folgen der Kunde trägt.

Provisionen von Fondsgesellschaften darf ein Vermögensverwalter dagegen nicht behalten. Erhält er Zuwendungen von Dritten, muss er sie vollständig an Sie weitergeben (§ 64 Abs. 7 WpHG). Das ist ein echter Vorteil gegenüber der Beratung in der Bankfiliale, bei der Provisionen erlaubt sind, sofern die Bank sie offenlegt, und die Produktauswahl beeinflussen können. Anders ist es auch bei Anbietern, die Ihnen als automatisierte Anlageberater oder Vermittler nur Fonds empfehlen oder vermitteln: Sie dürfen Provisionen in aller Regel behalten, müssen sie aber offenlegen. Ausgenommen sind nur Anbieter, die ausdrücklich als Honorar-Anlageberater arbeiten.

Robo-Advisor, eigener ETF-Sparplan oder Mischfonds: der Kostenvergleich über 20 Jahre

Unterschiede von einem halben oder ganzen Prozentpunkt wirken klein. Über Jahrzehnte entscheiden sie über fünfstellige Beträge, weil die Kosten jedes Jahr auf das gesamte Vermögen anfallen und das gezahlte Geld nicht mehr für Sie arbeitet. Ein Beispiel mit einem Sparplan über 350 Euro im Monat, der 20 Jahre läuft:

Variante Gesamtkosten pro Jahr Depotwert nach 20 Jahren Abstand zum eigenen ETF-Depot
ohne Kosten (zum Vergleich) 0 % rund 158.700 € –
eigenes ETF-Depot 0,2 % rund 155.200 € –
günstiger Robo-Advisor 0,6 % rund 148.400 € rund 6.800 € weniger
typischer Robo-Advisor 0,9 % rund 143.600 € rund 11.600 € weniger
teurer Robo-Advisor 1,2 % rund 138.900 € rund 16.300 € weniger
Mischfonds aus der Bankfiliale 1,8 % rund 130.100 € rund 25.100 € weniger

Rechenbeispiel: 350 € monatlich am Monatsende, eingezahlt 84.000 €; für alle Varianten dieselbe Aufteilung und 6 % Rendite pro Jahr vor Kosten; die Kosten mindern die jährliche Rendite; vor Steuern.

Die Rechnung zeigt beide Seiten des Robo-Advisors. Gegenüber dem Mischfonds liegt ein typischer Robo nach 20 Jahren rund 13.500 Euro vorn. Wer bisher so anlegt, verbessert sich mit einem Wechsel also deutlich. Gegenüber dem eigenen ETF-Depot verliert er dagegen rund 11.600 Euro, und nach 30 Jahren wären es bereits rund 38.600 Euro. Mit dem Anlagekostenrechner können Sie die Rechnung mit Ihren eigenen Beträgen durchspielen. Was hinter TER, Spread und Verwaltungsgebühren im Einzelnen steckt, erklärt der Ratgeber Kosten der Geldanlage.

Ob der Robo diesen Abstand wert ist, hängt davon ab, was er Ihnen abnimmt. Besteht Ihr eigenes Depot aus einem einzigen weltweit gestreuten Aktien-ETF, gibt es nichts umzuschichten; dann bezahlen Sie beim Robo für eine Arbeit, die gar nicht anfällt. Wollen Sie dagegen Aktien und Anleihen mischen, müssen Sie die Aufteilung selbst im Blick behalten und gelegentlich korrigieren. Das ist überschaubar: einmal im Jahr den Depotstand prüfen und, wenn nötig, die Sparrate anders verteilen oder einen Teil umschichten. Der Rebalancing-Rechner zeigt Ihnen dabei, was zu tun ist. Diese Arbeit nimmt Ihnen der Robo-Advisor gegen Gebühr ab, mehr nicht.

Wie sicher ist das Geld beim Robo-Advisor?

Bei der Sicherheit sollten Sie zwei Risiken auseinanderhalten: dass ein Unternehmen pleitegeht und dass die Börse fällt. Gegen das erste sind Sie gut geschützt, gegen das zweite gar nicht.

Risiko Was Sie schützt Grenze
Insolvenz der Depotbank Die Wertpapiere bleiben Ihr Eigentum und fallen nicht in die Insolvenzmasse; Sie können sie herausverlangen oder übertragen lassen. keine Obergrenze
Insolvenz der Bank, bei der das Verrechnungskonto liegt gesetzliche Einlagensicherung 100.000 € je Kunde und Bank
Ein Institut kann Ihr Geld oder Ihre Wertpapiere nicht herausgeben, etwa nach einer Unterschlagung gesetzliche Anlegerentschädigung 90 % der Forderung, höchstens 20.000 €
Pleite oder Rückzug des Robo-Anbieters Das Depot liegt bei einer Bank, und die Wertpapiere bleiben Ihr Eigentum, auch wenn der Anbieter selbst die Bank ist. Wechsel oder Verkauf nötig, unter Umständen mit Steuern
Kursverluste nichts tragen Sie allein

Der Robo-Advisor darf in Ihrem Depot kaufen und verkaufen, Eigentümer der Wertpapiere wird er dadurch nicht. Auszahlungen gehen in der Regel nur auf Ihr eigenes Referenzkonto. Gibt ein Anbieter auf, bleibt das Depot deshalb erhalten. Das ist kein theoretischer Fall: Der deutsche Markt hat in den vergangenen zehn Jahren eine Insolvenz, mehrere Übernahmen und Rückzüge erlebt. Als ein großer Fondsanbieter Ende 2023 sein Direkt- und Robo-Geschäft in Deutschland einstellte, informierte er seine Kunden Anfang November und ließ ihnen gut vier Wochen Zeit, ihre Anteile zu übertragen oder zu verkaufen. Bruchstücke ließen sich nicht übertragen und wurden verkauft, und wer gar nicht reagierte, dessen gesamter Bestand wurde verkauft und ausgezahlt. Verloren hat dabei niemand sein Geld. Der unfreiwillige Verkauf konnte aber Steuern auslösen, die bei einem Übertrag erst Jahre später fällig geworden wären.

Gegen Kursverluste schützt keine dieser Regeln. Ein Robo-Advisor mit 80 Prozent Aktien verliert in einem Crash ähnlich viel wie ein ETF-Depot mit derselben Aktienquote, und daran ändert auch die Verlustmitteilung nichts. Wie viel Risiko Sie eingehen, bestimmen Sie mit der Aktienquote, nicht mit der Wahl des Anbieters.

Woran Sie einen seriösen Anbieter erkennen

Chancen: Was ein Robo-Advisor gut kann

Die Hürde vor dem ersten Schritt sinkt. Viele Menschen lassen ihr Geld jahrelang auf dem Girokonto liegen, weil ihnen die Auswahl von Depot und Fonds zu kompliziert erscheint. Ein Robo-Advisor reduziert diese Entscheidung auf einen Fragebogen. Wer nur auf diesem Weg mit dem Investieren beginnt, ist mit einem Robo besser bedient als mit dem günstigsten ETF, den er nie kauft.

Er streut breit und kostet weniger als die Bank. Die meisten Robo-Advisors legen in Indexfonds an, die weltweit Tausende Unternehmen und Anleihen enthalten. Mischfonds aus der Bankfiliale mit ähnlicher Aufteilung kosten oft 1,5 Prozent im Jahr und mehr, ein typischer Robo-Advisor kommt mit deutlich weniger aus. Für Anleger, die bisher in der Filiale beraten werden, ist ein Robo deshalb ein großer Fortschritt; wie viel aktiv gemanagte Fonds im Vergleich zu ETFs kosten, zeigt der Ratgeber ETF oder Fonds.

Er hält die Aufteilung ein, auch wenn es unangenehm ist. Nach einem Kurssturz liegt die Aktienquote unter dem Ziel, und ein Robo-Advisor mit statischer Strategie kauft dann Aktien nach, also gerade in der Phase, in der viele Anleger aus Angst lieber verkaufen würden. Diese Disziplin ist der eigentliche Wert der Automatisierung. Sie wirkt allerdings nur, solange Sie den Robo arbeiten lassen; wer in der Krise kündigt, verkauft zur Unzeit wie im eigenen Depot.

Die Pflichten eines Vermögensverwalters schützen Sie. Als Vermögensverwalter muss der Anbieter Ihre Lage abfragen, die Eignung der Strategie prüfen, regelmäßig berichten, Verluste ab 10 Prozent melden, die Kosten jedes Jahr in Euro offenlegen und Provisionen an Sie weitergeben. Ein Bankberater, der Ihnen einmal einen Fonds empfiehlt, schuldet Ihnen danach weder eine laufende Überwachung noch eine Nachricht, wenn das Depot einbricht.

Grenzen: Was ein Robo-Advisor nicht kann

Er ist teurer als ein eigenes ETF-Depot. Der Robo kauft im Kern dieselben ETFs, die Sie auch selbst kaufen könnten, und verlangt dafür Jahr für Jahr eine Gebühr auf Ihr gesamtes Vermögen. Kosten sind die einzige Größe der Geldanlage, die mit Sicherheit anfällt. Die Stiftung Warentest bringt es auf den Punkt: „Hohe Kosten sind auf Dauer eine Bürde: Sie müssen immer erst erwirtschaftet werden, ehe es Gewinne gibt.“

Eine Mehrrendite ist nicht zu erwarten. Ein Robo-Advisor ist so gut wie der Markt, abzüglich seiner Kosten. Ob ein Anbieter in einem bestimmten Jahr besser abschneidet als ein anderer, liegt vor allem an der Aktienquote: Steigen die Börsen, liegt der Robo mit mehr Aktien vorn, fallen sie, ist es umgekehrt. Ranglisten, die Robos nur nach ihrer Rendite sortieren, vergleichen deshalb meist unterschiedliche Risiken.

Er kennt nur, was Sie ihm sagen. Der Fragebogen erfasst Ihre Lage zu einem bestimmten Zeitpunkt. Ob Sie einen Notgroschen haben, eine Immobilie abbezahlen oder an anderer Stelle schon viel in Aktien investiert sind, weiß der Robo nur, wenn er danach fragt und Sie richtig antworten. Eine Finanzplanung ersetzt er nicht. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hat dafür eine treffende Formel gefunden: Geeignet ist nicht dasselbe wie bedarfsgerecht.

Für eigene Wünsche bleibt wenig Raum. Bestimmte ETFs, einzelne Aktien oder eigene Ausschlusskriterien lassen sich meist nicht oder nur in engen Grenzen einbauen. Wer anfängt, einzelne Positionen selbst steuern zu wollen, ist mit einem eigenen Depot besser bedient.

Umschichten kostet Steuern, und der Ausstieg ist umständlich. Jeder Verkauf beim Rebalancing kann Steuern auslösen, sobald der Sparerpauschbetrag ausgeschöpft ist, und wer später zu einem anderen Anbieter wechseln will, muss oft alles verkaufen. Viele Anleger bemerken beides erst, wenn es so weit ist.

Steuern beim Robo-Advisor

Steuerlich ist ein Robo-Depot ein gewöhnliches Depot. Liegt es bei einer Bank in Deutschland, behält diese auf Erträge und Gewinne automatisch 25 Prozent Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag ein, zusammen 26,375 Prozent, bei Kirchenmitgliedern zusätzlich Kirchensteuer. Mit einem Freistellungsauftrag bleiben Erträge bis zum Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro, bei zusammen veranlagten Ehepaaren 2.000 Euro, steuerfrei. Bei thesaurierenden Fonds kann außerdem jedes Jahr eine Vorabpauschale anfallen; für 2026 gilt dafür ein Basiszins von 3,20 Prozent. Wie sie berechnet wird, erklärt der Ratgeber ETF für Anfänger. Zwei Besonderheiten unterscheiden das Robo-Depot aber von einem typischen Sparplan auf einen einzelnen Aktien-ETF.

Anleihen-ETFs haben keine Teilfreistellung. Bei Aktien-ETFs bleiben 30 Prozent der Erträge steuerfrei, als pauschaler Ausgleich für Steuern, die bereits auf Ebene des Fonds anfallen. Für Anleihen-ETFs gibt es diese Teilfreistellung nicht, ihre Erträge sind voll steuerpflichtig. Je höher der Anleiheanteil Ihres Portfolios, desto größer ist also der Teil Ihrer Erträge, der ungemindert besteuert wird. Legt ein Anbieter in eigene Mischfonds an, bleiben dort 15 Prozent der Erträge steuerfrei, sofern der Fonds dauerhaft mindestens ein Viertel in Aktien investiert.

Rebalancing macht Gewinne steuerpflichtig. Verkauft der Robo-Advisor beim Umschichten Anteile mit Gewinn, ist dieser Gewinn steuerpflichtig, als hätten Sie selbst verkauft. Ein Beispiel: Nach einem starken Börsenjahr verkauft der Anbieter Aktien-ETFs für 3.000 Euro, in denen 1.200 Euro Gewinn stecken. Nach der Teilfreistellung sind davon 840 Euro steuerpflichtig. Ist Ihr Sparerpauschbetrag noch frei, bleibt der Verkauf steuerfrei, verbraucht aber einen Teil des Freibetrags. Ist er ausgeschöpft, zieht die Bank rund 222 Euro ab. Geschenkt hätten Sie diese Steuer auch ohne Robo nicht bekommen, sie wäre aber erst beim endgültigen Verkauf fällig geworden, und bis dahin hätte das Geld weiter Erträge abgeworfen.

Rechenbeispiel: Aktien-ETF mit 30 % Teilfreistellung, 26,375 % Steuern ohne Kirchensteuer.

Viele Anbieter dämpfen diesen Effekt, indem sie neue Einzahlungen in die untergewichtete Anlageklasse lenken und dadurch seltener verkaufen müssen; manche richten Verkäufe gezielt am noch freien Sparerpauschbetrag aus. Fragen Sie danach, bevor Sie sich entscheiden. Anders liegt der Fall, wenn das Portfolio aus einem einzigen Misch- oder Dachfonds besteht. Dann schichtet der Fonds intern um, und solange Sie Ihre Anteile nicht verkaufen, löst das bei Ihnen keine Steuer aus.

Für wen sich ein Robo-Advisor eignet und für wen nicht

Die Stiftung Warentest kommt in ihrem Test vom Juni 2026 zu einem bemerkenswert klaren Satz: „Für Anfänger eignen sich Robo-Advisors aus unserer Sicht nicht.“ Wer einen nutzt, sollte sich mit Fonds und ETFs schon so weit auskennen, dass er die Vorschläge beurteilen kann. Wir sehen das etwas anders. Ein Anfänger macht mit einem soliden Robo-Advisor wenig falsch, aber er zahlt für eine Bequemlichkeit, die er kaum braucht. Der einfachste Einstieg ist zugleich der günstigste: ein einziger weltweit gestreuter Aktien-ETF als Sparplan, dazu Tagesgeld als sicherer Teil. Wie Sie beides einrichten, zeigen die Ratgeber Investieren für Anfänger und ETF-Sparplan für Anfänger.

Ein Robo-Advisor passt eher, wenn Sie … Ein eigenes ETF-Depot ist besser, wenn Sie …
ohne fertige Lösung gar nicht anfangen würden bereit sind, einmal einen ETF auszuwählen und einen Sparplan einzurichten
Aktien und Anleihen mischen wollen, ohne die Aufteilung selbst zu pflegen mit einem Welt-ETF und Tagesgeld als sicherem Teil zufrieden sind
bisher Fonds oder eine Bankberatung mit 1,5 % Kosten und mehr nutzen auf jede Kostenposition achten
in einem Kurssturz nicht selbst entscheiden wollen, ob und was Sie nachkaufen eigene Wünsche umsetzen wollen, etwa bestimmte ETFs oder einzelne Aktien
eine Vermögensverwaltung möchten, für die klassische Anbieter zu teuer sind sehr große Beträge anlegen, bei denen die prozentuale Gebühr schnell vierstellig wird

Die letzte Zeile wird oft unterschätzt. Bei 200.000 Euro kostet schon eine Servicegebühr von 0,5 Prozent 1.000 Euro im Jahr, ohne dass der Anbieter mehr Arbeit hat als bei einem kleinen Depot. Für große Vermögen lohnt deshalb ein besonders genauer Blick auf Staffelungen und Alternativen.

Ausstieg: Kündigung, Verkauf oder Depotübertrag

Einen Robo-Advisor können Sie in der Regel jederzeit kündigen, und auch Teilauszahlungen sind meist innerhalb weniger Tage möglich. Schwierig wird es erst, wenn Sie Ihr Geld nicht auszahlen lassen, sondern zu einem anderen Anbieter mitnehmen wollen.

Viele Robo-Advisors verkaufen bei einer Kündigung alle Anteile und überweisen den Erlös auf Ihr Referenzkonto. Manche erlauben einen Depotübertrag zu einer anderen Bank, allerdings nur für ganze ETF-Anteile; die Bruchstücke, die bei jeder Sparrate entstehen, werden verkauft. Jeder Verkauf macht die bis dahin aufgelaufenen Gewinne steuerpflichtig. Wer nach 15 oder 20 Jahren aus einem gut gefüllten Robo-Depot aussteigt, zahlt beim Komplettverkauf schnell eine vier- bis fünfstellige Steuer, die bei einem Übertrag erst Jahre später fällig würde. Fragen Sie deshalb schon bei der Auswahl, ob der Anbieter Überträge zulässt. Wie ein Depotübertrag abläuft und was mit Kaufkursen und Verlustverrechnungstopf geschieht, erklärt der Ratgeber Depotübertrag.

Wer einen Robo-Advisor bereits nutzt und künftig günstiger anlegen möchte, muss nicht alles auf einmal ändern. Der einfachste Schritt kostet nichts: Beenden Sie den Sparplan beim Robo und sparen Sie die künftigen Raten in einem eigenen ETF-Depot an. Lässt der Anbieter einen Übertrag zu, können Sie den Bestand ohne Steuer nachziehen lassen. Muss verkauft werden, sollten Sie die Steuer nicht überschätzen: Auf die bisherigen Gewinne zahlen Sie sie beim Verkauf nur früher, erlassen würde sie Ihnen auch beim Bleiben nicht. Die Mehrkosten des Robos sind dagegen jedes Jahr endgültig verloren. Wer noch viele Jahre anlegt, fährt mit einem Wechsel deshalb meist besser, als die Steuer auf den ersten Blick vermuten lässt. Wer die Steuerlast strecken möchte, verkauft in mehreren Schritten und nutzt dabei jedes Jahr den Sparerpauschbetrag.

Für die Zeit, in der Sie das Geld verbrauchen wollen, bieten manche Robo-Advisors Entnahmepläne an, die regelmäßig einen festen Betrag auszahlen und dafür Anteile verkaufen. Das ist bequem. Die Servicegebühr läuft aber weiter, und zwar auf das gesamte noch angelegte Vermögen, also gerade in der Phase, in der das Depot am größten ist.

Unser Fazit

Ein Robo-Advisor ist eine seriöse Dienstleistung zu einem fairen, aber nicht günstigen Preis. Er legt Ihr Geld breit gestreut an, hält die Aufteilung ein und muss Ihnen gegenüber mehr Pflichten erfüllen als ein Bankberater. Für Anleger, die bisher Mischfonds oder teure Bankprodukte besparen, ist er ein klarer Fortschritt.

Den eigenen ETF-Sparplan schlägt er aber nicht, weil er dieselben Fonds kauft und dafür zusätzlich Gebühren verlangt. Wer sich zutraut, einmal einen breit gestreuten Welt-ETF auszuwählen und einen Sparplan einzurichten, sollte das tun; die gesparten Gebühren summieren sich über die Jahre zu einem fünfstelligen Betrag. Zu einem Robo-Advisor raten wir nur, wenn Sie sonst gar nicht anfangen würden, ausdrücklich eine Mischung aus Aktien und Anleihen wollen, um die Sie sich nicht kümmern möchten, oder bisher teure Bankfonds besparen und den Umstieg nicht selbst in die Hand nehmen wollen.

Entscheiden Sie sich für einen Robo-Advisor, achten Sie auf Gesamtkosten deutlich unter 1 Prozent, eine einfache Strategie aus breit gestreuten ETFs und die Möglichkeit, Ihre Anteile später in ein anderes Depot zu übertragen. Die Angebote im Einzelnen finden Sie in unserem Robo-Advisor-Vergleich.

Häufige Fragen

Ist ein Robo-Advisor sinnvoll?

Für Anleger, die bisher teure Fonds über ihre Bank besparen, ohne fertige Lösung gar nicht investieren würden oder eine Mischung aus Aktien und Anleihen ohne eigenen Pflegeaufwand suchen, ja. Ein Robo-Advisor streut breit, hält die Aufteilung ein und ist deutlich günstiger als die meisten Bankprodukte. Wer bereit ist, selbst einen ETF-Sparplan einzurichten, fährt mit einem eigenen Depot aber besser, weil er dieselben Fonds ohne zusätzliche Servicegebühr kaufen kann.

Was kostet ein Robo-Advisor?

Angebote, die nur in ETFs anlegen, kosten einschließlich der Fondskosten meist zwischen 0,5 und 1 Prozent des Depotwerts im Jahr, Angebote mit hauseigenen oder aktiv gemanagten Fonds oft mehr. Die Stiftung Warentest fand im Juni 2026 eine Spanne von 0,31 bis über 2,60 Prozent. Achten Sie auf die Gesamtkosten: Die beworbene Servicegebühr enthält die Kosten der Fonds meist nicht.

Welcher Robo-Advisor ist der beste?

Das hängt weniger vom Namen ab als von drei Fragen: Wie hoch sind die Gesamtkosten einschließlich der Fondskosten? Wie einfach und breit gestreut ist die Strategie? Und können Sie Ihre Anteile später übertragen? Testsiegel helfen nur begrenzt, weil Tests mit unterschiedlichen Musteranlegern arbeiten und Kriterien unterschiedlich gewichten. Die aktuellen Konditionen der Anbieter finden Sie in unserem Robo-Advisor-Vergleich.

Was passiert mit meinem Geld, wenn der Robo-Advisor pleitegeht?

Ihre Wertpapiere liegen in einem Depot auf Ihren Namen bei einer Bank und bleiben Ihr Eigentum, auch wenn der Anbieter oder die Bank insolvent wird. Guthaben auf dem Verrechnungskonto ist über die Einlagensicherung bis 100.000 Euro geschützt. Gibt ein Anbieter auf, müssen Sie Ihr Depot allerdings übertragen oder die Anteile verkaufen, und ein Verkauf kann Steuern auslösen.

Haftet der Robo-Advisor für Verluste?

Für Kursverluste nicht. Der Anbieter schuldet eine Verwaltung im Rahmen der vereinbarten Anlagerichtlinien, aber keinen Erfolg. Haftbar machen kann er sich, wenn er gegen diese Richtlinien verstößt, etwa deutlich mehr Aktien kauft als vereinbart, oder Ihnen eine Strategie zuteilt, die nach Ihren Angaben nicht zu Ihnen passt. Ab 10 Prozent Verlust im Berichtszeitraum muss er Sie informieren.

Kann ich jederzeit an mein Geld?

In der Regel ja. Robo-Advisors haben keine feste Laufzeit, und Teilauszahlungen oder eine Kündigung sind meist innerhalb weniger Tage möglich. Weil der Anbieter dafür Anteile verkauft, bekommen Sie den aktuellen Wert und nicht den Betrag, den Sie eingezahlt haben. Geld, das Sie in den nächsten Jahren brauchen, gehört deshalb nicht in ein Portfolio mit hohem Aktienanteil.

Lohnt sich ein Robo-Advisor auch mit kleinen Beträgen?

Möglich ist es: Viele Anbieter nehmen Sparpläne ab 25 Euro an, und anfangs geht es bei den Gebühren nur um wenige Euro im Jahr. Prozentual zahlen kleine Depots wegen gestaffelter Gebühren teils sogar etwas mehr als große. Einen eigenen ETF-Sparplan können Sie bei vielen Brokern ebenfalls schon mit kleinen Raten einrichten, und dort fällt die zusätzliche Gebühr von Anfang an weg.

Gibt es Robo-Advisors für Kinder?

Einige Anbieter führen Depots für Minderjährige, die die Eltern als gesetzliche Vertreter eröffnen. Das Geld gehört dann dem Kind. Weil Kinderdepots oft zwei Jahrzehnte und länger laufen, wiegen die laufenden Kosten hier besonders schwer. Ein ETF-Sparplan in einem gewöhnlichen Kinderdepot ist deshalb in aller Regel die günstigere Lösung.


Hinweis: Geldentscheid finanziert sich unter anderem über Provisionen von Anbietern, die auf unseren Vergleichsseiten aufgeführt sind. Auf die Einschätzungen in diesem Ratgeber hat das keinen Einfluss.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Die Rechenbeispiele beruhen auf Beispielwerten und Annahmen; vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Steuerwerte und Freibeträge: Stand 2026; alle übrigen Angaben: Stand Oktober 2026.

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