Geldentscheid

ETF-Sparplan für Anfänger: Schritt für Schritt langfristig Vermögen aufbauen

Rund 15 Millionen ETF-Sparpläne wurden 2025 in Kontinentaleuropa jeden Monat ausgeführt, fast 40 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das zeigt eine im Februar 2026 erschienene Marktstudie im Auftrag des Fondsanbieters BlackRock; allein in Deutschland waren es schon Ende September 2024 rund 9,5 Millionen. Für viele Anleger ist der ETF-Sparplan damit zum Normalfall des Vermögensaufbaus geworden. Das Prinzip überzeugt: Jeden Monat fließt ein fester Betrag automatisch in einen Indexfonds, ohne dass Sie sich um Kurse oder Zeitpunkte kümmern müssen. Eingerichtet ist ein ETF-Sparplan auch für Anfänger in einer Viertelstunde. Die Fehler, die später Geld kosten, passieren an anderer Stelle: bei Gebühren, die kleine Raten aufzehren, bei falschen Erwartungen an den viel gelobten Cost-Average-Effekt und in dem Moment, in dem die Kurse zum ersten Mal kräftig fallen.

Unser Urteil vorweg: Wer mindestens zehn Jahre Zeit mitbringt, kann aus unserer Sicht kaum etwas Besseres tun, als monatlich in einen thesaurierenden ETF auf einen breiten Welt-Aktienindex zu sparen, und zwar in einem Depot, das für die Ausführung nichts verlangt. Die Höhe der ersten Rate ist dabei zweitrangig. Wichtiger ist, dass Sie die Rate mit Ihrem Einkommen erhöhen und den Sparplan auch dann laufen lassen, wenn Ihr Depot ein Drittel im Minus steht. Ausführungstag, Intervall und die Wahl zwischen drei ähnlichen Welt-ETFs sind dagegen Details, über die Einsteiger erstaunlich viel Zeit verlieren.

Was ist ein ETF-Sparplan?

Ein ETF-Sparplan ist ein Dauerauftrag für Wertpapiere: Sie legen einmal fest, welchen Betrag Sie in welchem Rhythmus in einen bestimmten ETF anlegen möchten, und Ihre Bank oder Ihr Broker kauft davon automatisch Fondsanteile – meist monatlich und je nach Anbieter schon ab einem oder ab 25 Euro pro Rate.

Anders als bei einer normalen Börsenorder geben Sie dabei keine Stückzahl vor, sondern einen Betrag. Weil ein ETF-Anteil oft 50, 100 oder mehr Euro kostet, erhalten Sie in der Regel Bruchteile: Bei einer Rate von 50 Euro und einem Kurs von 110 Euro landen 0,4545 Anteile in Ihrem Depot. So wird jede Rate bis auf den Cent investiert. Wirtschaftlich stehen solche Bruchstücke ganzen Anteilen gleich: Sie nehmen voll an der Kursentwicklung teil und lassen sich später verkaufen, bei manchen Anbietern allerdings nur ohne Kurslimit. Einen Haken haben sie beim Depotwechsel, denn übertragen lassen sich Bruchstücke meist nicht. Die alte Bank verkauft sie dann, was Steuern auslösen kann.

Ausgeführt wird der Sparplan an festen Terminen, die der Anbieter vorgibt. Häufig ist das der 1. oder der 15. eines Monats, manche Broker lassen mehrere Termine zur Auswahl. Die Kaufaufträge vieler Kunden werden meist zu einer Sammelorder gebündelt. Wann genau und an welchem Handelsplatz gekauft wird, legt der Anbieter fest; den Kaufkurs bestimmen Sie also nicht selbst. Bei einem Sparplan, der über Jahre läuft, ist das auch nicht nötig, denn ein einzelner Ausführungskurs spielt im Gesamtergebnis kaum eine Rolle.

Von einem klassischen Banksparplan unterscheidet sich der ETF-Sparplan in zwei Punkten. Er hat weder eine Laufzeit noch eine Kündigungsfrist: Sie können die Rate jederzeit ändern, den Sparplan aussetzen oder beenden, in der Regel ohne Kosten; die Änderung muss nur einige Tage vor dem nächsten Ausführungstermin beim Anbieter eingehen. Und Ihr Kapital ist nicht garantiert: Was aus Ihren Raten wird, hängt allein davon ab, wie sich der ETF entwickelt, und sein Wert kann auch fallen. Wie ein ETF funktioniert und wie sicher Ihr Geld darin ist, erklären wir im Ratgeber ETF für Anfänger.

Warum sich ein ETF-Sparplan für Einsteiger lohnt

Der größte Vorteil eines Sparplans hat wenig mit Finanzmathematik zu tun: Er nimmt Ihnen Entscheidungen ab. Wer jeden Monat neu überlegt, ob gerade ein guter Zeitpunkt zum Investieren ist, findet erfahrungsgemäß viele Gründe, noch zu warten. Mal stehen die Kurse auf Rekordhoch, mal droht eine Rezession, mal ist schlicht etwas anderes wichtiger. Ein Sparplan investiert einfach. Er macht aus einem Vorsatz eine Gewohnheit, und das ist beim Vermögensaufbau mehr wert als jede Optimierung im Detail.

Hinzu kommt, dass Sie mit kleinen Beträgen anfangen können. Die durchschnittliche Sparrate lag 2025 in Kontinentaleuropa bei rund 125 Euro im Monat, und viele Depots erlauben deutlich kleinere Raten. Weil zahlreiche Anbieter Sparpläne ohne Ausführungsgebühr anbieten, kostet das regelmäßige Investieren bei einem guten Depot nichts außer den laufenden Kosten des Fonds. Und da Sie jederzeit pausieren, die Rate anpassen oder verkaufen können, binden Sie sich nicht auf Jahre an einen Vertrag.

Rund um den Sparplan fallen fast immer zwei Begriffe, die sehr unterschiedliche Aufmerksamkeit verdienen: Der Zinseszins ist der eigentliche Motor des Vermögensaufbaus, der Cost-Average-Effekt wird regelmäßig überschätzt.

Zinseszins: Warum die Zeit mehr bewirkt als die Rate

Ein Aktien-ETF zahlt keine Zinsen, das Prinzip ist aber dasselbe: Erträge aus Kursgewinnen und wieder angelegten Dividenden bleiben im Depot und erwirtschaften selbst wieder Erträge. In den ersten Jahren ist dieser Effekt kaum zu sehen, nach einigen Jahrzehnten bestimmt er das Ergebnis. Die Tabelle zeigt das für einen Sparplan über 150 Euro im Monat.

Laufzeit Eingezahlt Depotwert Davon Erträge Anteil der Erträge
10 Jahre 18.000 € 24.400 € 6.400 € 26 %
20 Jahre 36.000 € 68.000 € 32.000 € 47 %
30 Jahre 54.000 € 146.200 € 92.200 € 63 %
40 Jahre 72.000 € 286.200 € 214.200 € 75 %

Rechenbeispiel: 6 % Rendite pro Jahr, monatliche Einzahlung, Werte gerundet, vor Kosten und Steuern.

Nach zehn Jahren besteht das Depot noch zu drei Vierteln aus Ihrem eigenen Geld. Nach 40 Jahren hat sich das Verhältnis umgekehrt: Drei Viertel des Vermögens sind Erträge. Allein im vierten Jahrzehnt wächst das Depot um rund 140.000 Euro, obwohl Sie in dieser Zeit nur 18.000 Euro einzahlen. Daraus folgt die wichtigste Regel für Sparplan-Anleger: Die größten Zuwächse kommen in den späten Jahren, und die erlebt nur, wer früh anfängt. Die 6 Prozent sind dabei eine Annahme und keine Prognose. Ein weltweit gestreuter Aktienindex hat in der Vergangenheit im Schnitt mehr erzielt, in einzelnen Jahrzehnten aber auch deutlich weniger. Ihre eigenen Beträge und Annahmen können Sie mit unserem ETF-Sparplanrechner durchrechnen.

Der Cost-Average-Effekt: Was er leistet und was nicht

Kaum ein Ratgeber zum ETF-Sparplan kommt ohne den Cost-Average-Effekt aus, auf Deutsch Durchschnittskosteneffekt. Weil Sie jeden Monat denselben Betrag investieren, kaufen Sie bei niedrigen Kursen automatisch mehr Anteile und bei hohen Kursen weniger. Ihr durchschnittlicher Kaufpreis pro Anteil liegt dadurch immer etwas unter dem Durchschnitt der Kurse an den Kaufterminen. Das Beispiel zeigt einen Sparplan über 100 Euro in einem Halbjahr mit einem kräftigen Kursrückgang.

Monat Kurs des ETFs Gekaufte Anteile für 100 €
1 100 € 1,000
2 80 € 1,250
3 60 € 1,667
4 70 € 1,429
5 90 € 1,111
6 100 € 1,000
Summe Durchschnittskurs 83,33 € 7,456 Anteile für 600 €

Vereinfachtes Rechenbeispiel ohne Kosten; die Summe ist aus ungerundeten Werten berechnet.

Nach sechs Monaten steht der Kurs genau dort, wo er begonnen hat. Trotzdem ist das Depot 745,63 Euro wert, 24 Prozent mehr als die eingezahlten 600 Euro, weil der Sparplan im Tief bei 60 Euro besonders viele Anteile gekauft hat. Der durchschnittliche Kaufpreis liegt bei 80,47 Euro und damit unter dem Durchschnittskurs von 83,33 Euro. Wer im ersten Monat einmalig 600 Euro angelegt hätte, hätte am Ende weder gewonnen noch verloren.

Darin liegt die Stärke des Effekts: Er schützt vor dem schlechtesten Einstiegszeitpunkt und lässt Sparer von fallenden Kursen sogar profitieren. Einen Renditevorteil gegenüber einer Einmalanlage bringt er im Durchschnitt aber nicht. Steigt der Kurs im selben Halbjahr gleichmäßig von 100 auf 110 Euro, ist der Sparplan am Ende 629 Euro wert, die Einmalanlage 660 Euro. Weil Aktienkurse auf lange Sicht häufiger steigen als fallen, ist das der häufigere Fall. Eine Auswertung der Fondsgesellschaft Vanguard aus dem Jahr 2023 kommt für den MSCI World zu dem Ergebnis, dass die sofortige Anlage eines vorhandenen Betrags in 68 Prozent der Fälle besser abschnitt, als wenn derselbe Betrag über drei Monate verteilt wurde.

Für die meisten Sparplan-Anleger ist diese Frage ohnehin theoretisch. Wer aus dem laufenden Gehalt spart, hat keinen Einmalbetrag, den er stattdessen anlegen könnte. Der Cost-Average-Effekt ist dann eine angenehme Zugabe, mehr nicht. Für den Sparplan spricht vor allem, dass Sie überhaupt regelmäßig investieren.

Was Sie vor dem ersten Sparplan klären sollten

Ein Sparplan ist schnell eingerichtet. Gerade deshalb lohnt sich vorher ein kurzer Blick auf die Voraussetzungen. Teure Schulden wie ein Dispokredit sollten getilgt sein, denn deren Zinsen übersteigen jede realistische Depotrendite. Auf dem Tagesgeldkonto sollte ein Notgroschen von etwa drei Monatsausgaben liegen, damit Sie bei einer unerwarteten Rechnung nicht ausgerechnet im Kurstief Anteile verkaufen müssen. Und das Geld, das in den Sparplan fließt, sollten Sie voraussichtlich mindestens zehn Jahre nicht brauchen.

Für Ziele, die früher anstehen, etwa das neue Auto in drei Jahren oder die Anzahlung für eine Wohnung in fünf, passt ein Aktien-ETF wegen seiner Schwankungen nicht. Dieses Geld gehört auf Tagesgeld oder Festgeld. Wie Sie Ihr Vermögen nach Zeiträumen aufteilen, beschreiben wir im Ratgeber Investieren für Anfänger.

ETF-Sparplan einrichten: Schritt für Schritt

Sind diese Punkte geklärt, ist der praktische Teil in sechs Schritten erledigt. Der Depotantrag ist in einer halben Stunde ausgefüllt; bis das Depot nutzbar ist, vergehen meist einige Tage.

  1. Sparrate festlegen. Ziehen Sie von Ihrem monatlichen Nettoeinkommen die festen Ausgaben und einen realistischen Betrag für den Alltag ab. Von dem, was übrig bleibt, sollte nicht alles in den Sparplan fließen, denn auch unregelmäßige Ausgaben wie Urlaub, Geschenke oder Reparaturen wollen bezahlt werden. Beginnen Sie lieber mit einer Rate, die Sie auch in einem teuren Monat aufbringen, als nach einem halben Jahr pausieren zu müssen.
  2. Ein Depot mit kostenlosen Sparplänen wählen. Achten Sie darauf, dass weder eine Depotgebühr noch eine Gebühr für die Ausführung des Sparplans anfällt, dass Ihr gewünschter ETF als Sparplan angeboten wird und dass die Mindestrate zu Ihrem Budget passt. Ein Anbieter mit Sitz oder Niederlassung in Deutschland führt die Steuern automatisch ab. Eröffnet wird das Depot online; Sie brauchen dafür einen gültigen Ausweis, Ihre Steuer-Identifikationsnummer und ein Girokonto als Referenzkonto. Welche Depots unsere Kriterien erfüllen, zeigt unser Broker-Vergleich.
  3. Den ETF über die ISIN suchen. Für den Einstieg genügt ein thesaurierender ETF auf einen breiten Welt-Index. Viele ETFs tragen fast identische Namen und unterscheiden sich nur in Details wie der Ertragsverwendung; die zwölfstellige ISIN bezeichnet jede Anteilsklasse eindeutig und schließt Verwechslungen aus.
  4. Den Sparplan anlegen. Im Depot wählen Sie beim gewünschten ETF die Funktion „Sparplan“ und legen Betrag, Intervall, Ausführungstag und Starttermin fest. Manche Anbieter bieten zusätzlich eine automatische Dynamik an, also eine jährliche Erhöhung der Rate um einen festen Prozentsatz. Prüfen Sie vor dem Bestätigen, ob für diesen ETF eine Ausführungsgebühr anfällt. Einige Depots führen nur ausgewählte ETFs kostenlos aus.
  5. Einen Freistellungsauftrag erteilen. Damit Ihr Depotanbieter auf Kapitalerträge bis 1.000 Euro im Jahr gar nicht erst Steuern einbehält, bei zusammen veranlagten Ehepaaren bis 2.000 Euro, braucht er einen Freistellungsauftrag. Er ist im Online-Banking in wenigen Minuten erteilt.
  6. Den Geldfluss sicherstellen. Je nach Anbieter zieht der Broker die Rate per Lastschrift von Ihrem Girokonto ein oder kauft vom Guthaben auf dem Verrechnungskonto. Im zweiten Fall richten Sie einen Dauerauftrag ein, der einige Tage vor dem Ausführungstermin gebucht wird. Ist das Konto am Stichtag nicht gedeckt, fällt die Ausführung in der Regel aus. Kontrollieren Sie nach der ersten Ausführung die Abrechnung: Wurde der richtige ETF gekauft, und sind Gebühren angefallen, mit denen Sie nicht gerechnet haben?

Danach gibt es nichts mehr zu tun. Einmal im Jahr sollten Sie prüfen, ob die Sparrate noch zu Ihrem Einkommen passt; häufiger ins Depot zu schauen bringt keinen Vorteil.

Welcher ETF eignet sich für den Sparplan?

Für den Sparplan gelten dieselben Auswahlregeln wie für jeden anderen ETF-Kauf, und das wichtigste Kriterium ist der Index. Als Basis empfehlen wir einen ETF auf einen breiten Welt-Aktienindex. Ein ETF auf den MSCI ACWI oder den FTSE All-World enthält neben den Industrieländern auch Schwellenländer und deckt mit einem einzigen Fonds den Großteil des weltweiten Aktienmarkts ab; für Neueinsteiger ziehen wir diese Variante leicht vor. Ein ETF auf den MSCI World mit seinen 1.280 Unternehmen aus 23 Industrieländern ist ebenfalls eine gute Wahl. Wie sich die Indizes unterscheiden und an welchen Kennzahlen Sie einen guten ETF erkennen, haben wir im Ratgeber ETF für Anfänger zusammengestellt.

Beim Sparplan kommt ein zusätzliches Argument für die thesaurierende Variante hinzu. Ein thesaurierender ETF legt die Dividenden der enthaltenen Unternehmen automatisch wieder an. Bei einem ausschüttenden ETF landen sie auf Ihrem Verrechnungskonto, bei kleineren Depots oft als Beträge von ein paar Euro, die Sie selbst wieder investieren müssten. In der Praxis bleiben sie dort häufig liegen und arbeiten nicht mehr mit. Wann eine Ausschüttung trotzdem sinnvoll sein kann, erklären wir im Ratgeber Ausschüttend oder thesaurierend.

Ein ETF genügt. Wer den MSCI World bespart und Schwellenländer ergänzen möchte, kann einen zweiten Sparplan auf einen Schwellenländer-ETF einrichten; nach Marktgewicht entspricht das etwa einer Aufteilung von 88 zu 12. Bei kleinen Raten hat das allerdings einen Haken. Kostet jede Ausführung eine feste Gebühr, zahlen Sie sie zweimal, und eine Rate von 10 oder 15 Euro für den Schwellenländer-Anteil lohnt sich dann kaum. Ein einziger ETF auf einen Index mit Schwellenländern ist in diesem Fall die günstigere Lösung.

Achten Sie außerdem darauf, dass Ihr Depot den gewählten ETF als Sparplan anbietet, möglichst ohne Ausführungsgebühr. Viele Anbieter haben Hunderte oder Tausende ETFs im Sparplan-Angebot, einige führen aber nur einen Teil davon kostenlos aus. Unter den großen, günstigen Welt-ETFs findet sich in aller Regel einer, für den beides gilt.

Die richtigen Einstellungen für Ihren Sparplan

Wie hoch sollte die Sparrate sein?

Eine verbreitete Faustregel lautet, 10 bis 20 Prozent des Nettoeinkommens zu sparen. Wer das nicht schafft, sollte sich davon nicht abschrecken lassen. Entscheidend ist, dass Sie die Rate dauerhaft durchhalten: Ein Sparplan über 100 Euro, der 30 Jahre lang läuft, bringt weit mehr als einer über 400 Euro, der nach zwei Jahren eingestellt wird, weil am Monatsende regelmäßig Geld fehlt. Unser Rat lautet deshalb, mit einem Betrag zu beginnen, den Sie sicher aufbringen, und ihn bei jeder Gehaltserhöhung anzuheben. Die durchschnittliche Rate kontinentaleuropäischer ETF-Sparer von rund 125 Euro ist ein Mittelwert, kein Maßstab.

Monatlich oder quartalsweise?

Die meisten Anbieter erlauben monatliche, zweimonatliche, vierteljährliche oder halbjährliche Ausführungen. Ist der Sparplan kostenlos, spricht alles für den monatlichen Rhythmus: Er passt zum Gehalt, das Geld wird früher investiert, und die Käufe verteilen sich auf mehr Zeitpunkte. Längere Intervalle sind nur dann eine Überlegung wert, wenn jede Ausführung eine feste Gebühr kostet. Wer dreimal 50 Euro mit je 1,50 Euro Gebühr investiert, zahlt 4,50 Euro; eine vierteljährliche Rate von 150 Euro kostet einmal 1,50 Euro. Besser als jedes Gebührensparmodell ist allerdings ein Depot, das gar nichts verlangt.

Welcher Ausführungstag ist der beste?

Viele Einsteiger grübeln über diese Frage. Die Antwort ist erfreulich kurz: Der Tag spielt kaum eine Rolle. Finanztip hat für den MSCI World in Euro durchgerechnet, wie sich der Ausführungstag seit 2001 ausgewirkt hätte. In Fünfjahreszeiträumen lagen der beste und der schlechteste Tag höchstens 1,3 Prozent auseinander, über den gesamten Zeitraum 0,58 Prozent, und kein Tag war dauerhaft überlegen. Welcher Termin in der Vergangenheit vorn lag, ist zudem Zufall und sagt nichts über die Zukunft.

Wählen Sie den Termin deshalb nach praktischen Gesichtspunkten: kurz nach dem Gehaltseingang, damit das Geld sicher auf dem Konto ist und angelegt wird, bevor Sie es anderweitig ausgeben. Verlassen Sie sich nicht darauf, dass der Kauf auf den Tag genau stattfindet. Fällt der Termin auf ein Wochenende oder einen Feiertag, wird der Sparplan meist am folgenden Handelstag ausgeführt, und manche Anbieter behalten sich ohnehin einige Tage Spielraum vor.

Dynamik: die Sparrate regelmäßig erhöhen

Eine Sparrate, die 30 Jahre lang gleich bleibt, verliert stetig an Gewicht. Bei 3 Prozent Inflation entsprechen 150 Euro nach 30 Jahren nur noch gut 60 Euro heutiger Kaufkraft. Wer die Rate jedes Jahr im Tempo der Inflation erhöht, hält ihren realen Wert stabil und kommt auf ein deutlich höheres Endvermögen.

Variante Monatsrate im 30. Jahr Eingezahlt Depotwert nach 30 Jahren
Konstant 150 € 150 € 54.000 € 146.200 €
Erhöhung um 3 % pro Jahr 353 € 85.600 € 204.400 €
Erhöhung um 5 % pro Jahr 617 € 119.600 € 262.800 €

Rechenbeispiel: Startrate 150 €, Erhöhung jeweils zu Beginn eines neuen Sparjahres, 6 % Rendite pro Jahr, Werte gerundet, vor Kosten und Steuern.

Mit einer Dynamik von 3 Prozent liegt das Depot nach 30 Jahren um rund 58.000 Euro höher als mit konstanter Rate; knapp 32.000 Euro davon sind zusätzliche Einzahlungen, der Rest sind Erträge darauf. Die Rate steigt dabei bis auf 353 Euro im letzten Jahr. Bei 3 Prozent Inflation entspricht das real genau den 150 Euro vom Anfang; steigt Ihr Einkommen im selben Tempo, bleibt auch die Belastung gleich. Für die meisten Sparer halten wir eine jährliche Erhöhung um 3 Prozent deshalb für den sinnvollen Standard. Einige Depots bieten eine automatische Dynamik an. Fehlt diese Funktion, setzen Sie sich eine jährliche Erinnerung oder erhöhen die Rate bei jeder Gehaltserhöhung um einen Teil des Zuwachses, dann spüren Sie die Erhöhung im Alltag kaum.

Was ein ETF-Sparplan kostet

Zwei der vier Kostenposten tauchen auf keiner Kaufabrechnung auf. Die laufenden Kosten des Fonds, die TER, zieht die Fondsgesellschaft unbemerkt vom Fondsvermögen ab; bei großen Welt-ETFs liegen sie bei etwa 0,05 bis 0,25 Prozent im Jahr. Der Spread, die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs, ist bei großen ETFs zur üblichen Ausführungszeit gering. Sichtbar und von Anbieter zu Anbieter sehr verschieden sind die beiden anderen Posten: die Gebühr für jede Ausführung und eine mögliche Depotgebühr.

Viele Online-Broker führen ETF-Sparpläne kostenlos aus, oft schon ab einem Euro Rate; auch Stiftung Warentest hat bei ihrem Vergleich von 29 Anbietern im September 2026 gebührenfreie Angebote gefunden. Direktbanken verlangen je nach ETF nichts oder bis zu 1,5 Prozent der Rate beziehungsweise pauschal 1,50 Euro, ausgewählte Aktions-ETFs sind oft kostenlos. Am teuersten sind viele Filialbanken. In aktuellen Preisverzeichnissen finden sich Modelle wie 2 Prozent der Rate mit einer Mindestgebühr von 2 Euro oder 2,50 Euro plus 0,25 Prozent je Ausführung, hinzu kommen häufig Depotgebühren von 10 bis 30 Euro im Jahr oder ein Prozentsatz des Depotwerts. Es gibt allerdings auch Sparkassen, die ETF-Sparpläne bis zu einer bestimmten Rate, etwa 250 Euro, kostenlos ausführen und dafür eine Depotgebühr erheben.

Wie stark eine Ausführungsgebühr ins Gewicht fällt, hängt vor allem von der Höhe der Rate ab.

Monatsrate 1,5 % der Rate 1,50 € pauschal 2 % der Rate, mind. 2 € 2,50 € + 0,25 %
25 € 0,38 € (1,5 %) 1,50 € (6,0 %) 2,00 € (8,0 %) 2,56 € (10,3 %)
50 € 0,75 € (1,5 %) 1,50 € (3,0 %) 2,00 € (4,0 %) 2,63 € (5,3 %)
100 € 1,50 € (1,5 %) 1,50 € (1,5 %) 2,00 € (2,0 %) 2,75 € (2,8 %)
250 € 3,75 € (1,5 %) 1,50 € (0,6 %) 5,00 € (2,0 %) 3,13 € (1,3 %)

Gebühr je Ausführung in Euro und in Prozent der Rate. Die Modelle entsprechen typischen Preisverzeichnissen von Direkt- und Filialbanken, Stand Oktober 2026.

Bei einer Rate von 25 Euro gehen mit einer Pauschale von 1,50 Euro 6 Prozent jeder Einzahlung verloren, beim teuersten Modell mehr als 10 Prozent. Diesen Rückstand holt auch ein gut laufender ETF erst nach ein bis zwei Jahren auf, und er entsteht mit jeder neuen Rate von vorn. Sinnvoll ist ein Sparplan über 25 Euro deshalb nur in einem Depot, das für die Ausführung nichts verlangt.

Wie sieht das über die Jahre aus? Bei gleichem Prozentsatz wiegen laufende Kosten schwerer als eine Ausführungsgebühr, weil sie jedes Jahr auf das gesamte, wachsende Vermögen anfallen, die Ausführungsgebühr dagegen nur einmal auf jede Einzahlung. In der Praxis liegen die Größenordnungen aber weit auseinander. Ein Sparplan über 25 Euro im Monat wächst bei 6 Prozent Rendite in 20 Jahren ohne jede Gebühr auf rund 11.300 Euro. Ein Welt-ETF mit 0,2 Prozent laufenden Kosten drückt das Ergebnis auf rund 11.100 Euro, eine Pauschale von 1,50 Euro je Ausführung auf rund 10.700 Euro. Nur ein teurer, aktiv gemanagter Fonds mit 1,5 Prozent laufenden Kosten schneidet mit rund 9.600 Euro noch schlechter ab. Bei kleinen Raten ist der kostenlose Sparplan deshalb das wichtigere Kriterium; je größer die Rate und je länger die Laufzeit, desto mehr zählen die laufenden Kosten. Zahlen müssen Sie beides nicht, denn einen Welt-ETF mit einer TER unter 0,25 Prozent in einem Depot ohne Sparplan- und Depotgebühr bekommen Sie bei vielen Anbietern.

Läuft Ihr Sparplan bereits bei einer teuren Bank, müssen Sie Ihre bisherigen Anteile nicht verkaufen. Es genügt, den Sparplan dort zu beenden und bei einem günstigeren Anbieter neu einzurichten. Den alten Bestand können Sie später übertragen lassen, was in der Regel nichts kostet; Bruchstücke werden dabei allerdings meist verkauft. Den Ablauf erklärt unser Ratgeber zum Depotübertrag. Ihre eigene Kostensituation können Sie mit dem Anlagekostenrechner durchrechnen, die Hintergründe zu TER, Spread und Orderkosten stehen im Ratgeber Kosten der Geldanlage.

Steuern beim ETF-Sparplan

Steuerlich wird ein Sparplan behandelt wie jeder andere ETF-Kauf. Gewinne unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 Prozent, mit Solidaritätszuschlag sind es 26,375 Prozent, für Kirchenmitglieder kommt Kirchensteuer hinzu. Bei Aktien-ETFs bleiben dank der Teilfreistellung 30 Prozent der Erträge steuerfrei, sodass effektiv rund 18,5 Prozent fällig werden. Erträge bis zum Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro im Jahr sind steuerfrei; damit Ihr Depotanbieter gar nicht erst Steuern einbehält, braucht er einen Freistellungsauftrag. Die Grundlagen erklärt der Ratgeber ETF für Anfänger. Zwei steuerliche Regeln treffen Sparplan-Anleger besonders.

Die Vorabpauschale im ersten Jahr. Bei thesaurierenden ETFs besteuert der Staat jedes Jahr vorab einen Mindestertrag, die Vorabpauschale. Sie berechnet sich aus dem Wert der Anteile zu Jahresbeginn, dem Basiszins, der für 2026 bei 3,20 Prozent liegt, und dem Faktor 0,7, beträgt aber höchstens den tatsächlichen Wertzuwachs des Jahres; in einem Verlustjahr fällt sie nicht an. Für Anteile, die Sie im Laufe des Jahres kaufen, verringert sie sich um ein Zwölftel für jeden vollen Monat vor dem Kaufmonat. Ein Sparplan, der im Januar 2026 mit 200 Euro im Monat beginnt, löst deshalb für das erste Jahr nur eine Vorabpauschale von rund 29 Euro aus. Für diese Rechnung unterstellen wir vereinfacht, dass alle Käufe zum Kurs vom Jahresbeginn stattfinden und der Fonds im Jahresverlauf genug zulegt, damit die Obergrenze nicht greift. Steuerpflichtig sind davon nach der Teilfreistellung gut 20 Euro, die der Sparerpauschbetrag mühelos abdeckt.

Auch danach müssen Sparplan-Anleger lange nichts zahlen. Mit dem Basiszins für 2026 deckt der Sparerpauschbetrag die Vorabpauschale bis zu einem Depotwert von rund 63.800 Euro ab, sofern keine weiteren Kapitalerträge anfallen. Ein Sparplan über 200 Euro im Monat erreicht diesen Wert bei 6 Prozent Rendite nach gut 16 Jahren. Weil der Basiszins jedes Jahr neu festgelegt wird, verschiebt sich die Schwelle allerdings von Jahr zu Jahr.

Beim Verkauf zählt die Reihenfolge der Käufe. Wer über viele Jahre spart, hat Anteile zu sehr unterschiedlichen Kursen erworben. Verkaufen Sie einen Teil davon, können Sie nicht aussuchen, welche Anteile das sein sollen: Nach dem sogenannten Fifo-Prinzip („first in, first out“) gelten die zuerst gekauften Anteile als zuerst verkauft. Das ist meist ungünstig, weil die ältesten Anteile den größten Gewinn angesammelt haben. Ein Beispiel: Ihre ersten 40 Anteile haben Sie zu 60 Euro gekauft, die jüngsten zu 140 Euro, und der Kurs steht heute bei 150 Euro. Verkaufen Sie 40 Anteile für 6.000 Euro, beträgt der Gewinn 3.600 Euro, weil die günstigen ersten Anteile als verkauft gelten. Würden die jüngsten zählen, wären es nur 400 Euro. Vom Gewinn werden die bereits angesetzten Vorabpauschalen abgezogen, und die Teilfreistellung gilt auch hier. Innerhalb eines Depots lässt sich an dieser Reihenfolge nichts ändern. Wenn Sie später größere Entnahmen planen, sollten Sie sie aber kennen.

Bei einem Depot in Deutschland berechnet und überweist der Anbieter die Steuern automatisch. Sie müssen nur darauf achten, dass Anfang Januar ein kleiner Betrag auf dem Verrechnungskonto liegt, falls die Vorabpauschale den Freibetrag einmal übersteigt.

Staatliche Förderung: VL-Sparplan und Altersvorsorgedepot

Einen gewöhnlichen ETF-Sparplan fördert der Staat nicht. Zusätzliches Geld gibt es trotzdem: vom Arbeitgeber über vermögenswirksame Leistungen, die viele Beschäftigte ungenutzt lassen, und ab 2027 vom Staat über das Altersvorsorgedepot.

Vermögenswirksame Leistungen im ETF-Sparplan

Viele Arbeitgeber zahlen vermögenswirksame Leistungen (VL), je nach Arbeits- oder Tarifvertrag zwischen gut 6 und 40 Euro im Monat. Das Geld fließt direkt in einen dafür vorgesehenen Vertrag, den Sie selbst auswählen. Neben dem klassischen Bausparvertrag kommt dafür ein VL-fähiger Fonds- oder ETF-Sparplan infrage, den allerdings nicht jeder Depotanbieter im Programm hat. Steuer- und sozialversicherungspflichtig sind die VL wie der übrige Lohn.

Für den Fondssparplan gibt es zusätzlich die Arbeitnehmer-Sparzulage: 20 Prozent auf bis zu 400 Euro im Jahr, also höchstens 80 Euro. Voraussetzung ist, dass Ihr zu versteuerndes Einkommen 40.000 Euro nicht übersteigt, bei Zusammenveranlagung 80.000 Euro. Diese Grenzen gelten seit 2024 und liegen doppelt so hoch wie zuvor, sodass inzwischen auch viele Durchschnittsverdiener Anspruch haben. Beantragt wird die Zulage über die Einkommensteuererklärung. Die Einzahlungen meldet der Anbieter elektronisch an das Finanzamt, wenn Sie ihm Ihre Steuer-ID mitgeteilt und in die Übermittlung eingewilligt haben. Ausgezahlt wird die Zulage erst nach Ablauf der Sperrfrist.

Diese Sperrfrist ist der wichtigste Haken. Eingezahlt wird sechs Jahre lang, frei verfügen können Sie über das Geld nach sieben Jahren, gerechnet ab dem 1. Januar des Jahres, in dem der Vertrag beginnt. Wer vorher darüber verfügt, verliert die Zulage, außer in gesetzlich geregelten Fällen wie Heirat oder längerer Arbeitslosigkeit. Für Geld, das ohnehin langfristig angelegt werden soll, ist das kein echter Nachteil. Zahlt Ihr Arbeitgeber 40 Euro im Monat, kommen in sechs Jahren 2.880 Euro zusammen, dazu bis zu 480 Euro Sparzulage und die Erträge des ETFs. Zwischen Bausparvertrag und ETF-Sparplan fällt unsere Wahl klar auf den ETF: Die Zulage für Bausparverträge beträgt nur 9 Prozent auf höchstens 470 Euro, und Bausparguthaben werden meist niedrig verzinst. Wer Anspruch auf VL hat und das Geld bisher nicht anlegt, verzichtet auf einen Teil seines Lohns. Ein Anruf in der Personalabteilung klärt, ob und in welcher Höhe Ihr Arbeitgeber zahlt.

Das Altersvorsorgedepot ab 2027

Ab dem 1. Januar 2027 gibt es mit dem Altersvorsorgedepot eine neue, staatlich geförderte Form des ETF-Sparens; das Gesetz wurde im Mai 2026 verkündet. Die Grundzulage beträgt 50 Cent je eingezahltem Euro für die ersten 360 Euro im Jahr und 25 Cent je Euro für weitere Beiträge bis 1.800 Euro, zusammen höchstens 540 Euro. Für Kinder kommen bis zu 300 Euro je Kind hinzu. Der Mindestbeitrag liegt bei 120 Euro im Jahr, beim Standardprodukt sind die Kosten auf 1,0 Prozent pro Jahr begrenzt.

Das Altersvorsorgedepot ist ein eigener Vertrag. Ihr bisheriges Depot wird dadurch nicht gefördert, und vermögenswirksame Leistungen zählen nicht als Beitrag. Im Gegenzug ist das Geld bis zum Ruhestand gebunden: Ausgezahlt wird frühestens ab 65, und die Auszahlungen werden dann versteuert. Für Geringverdiener und Eltern halten wir das neue Depot für eine sinnvolle Ergänzung, weil die Zulagen bei kleinen Beiträgen einen großen Teil der Einzahlung ausmachen. Den frei verfügbaren Sparplan ersetzt es nicht, und wer jetzt anfangen möchte, sollte nicht auf 2027 warten. Die Einzelheiten der Förderung stehen im Ratgeber Investieren für Anfänger.

Für Kinder plant die Bundesregierung außerdem die Frühstart-Rente: Ab 2027 soll der Staat für Kinder zwischen dem 6. und dem 18. Geburtstag monatlich 10 Euro in ein Vorsorgedepot einzahlen, beginnend mit den Jahrgängen 2020 und 2021. Der Bundestag hat den Gesetzentwurf Ende September 2026 in erster Lesung beraten. Beschlossen ist er noch nicht, Einzelheiten können sich also noch ändern.

Wenn die Kurse fallen: Lassen Sie den Sparplan weiterlaufen

Die eigentliche Bewährungsprobe für jeden Sparplan ist der erste Crash. Wer ein paar Jahre gespart hat, sieht dann womöglich ein Minus von mehreren tausend Euro im Depot, und der Impuls, den Sparplan zu stoppen oder gleich alles zu verkaufen, ist stark. Gerade in dieser Phase arbeitet der Sparplan aber am wirksamsten, weil jede Rate zu niedrigen Kursen deutlich mehr Anteile kauft.

Wie groß der Unterschied sein kann, zeigt einer der schlechtesten Startzeitpunkte der jüngeren Börsengeschichte. Wer Anfang 2000, kurz vor dem Platzen der Dotcom-Blase, einen größeren Betrag in den MSCI World investierte, lag in Euro gerechnet erst Ende 2013 wieder knapp im Plus. Ein Sparplan, der zur selben Zeit begann, kam nach einer Auswertung des Finanzportals biallo schon nach sechs Jahren auf durchschnittlich 4,2 Prozent Rendite pro Jahr, weil er in den Tiefs der Jahre 2002 und 2003 zu sehr niedrigen Kursen gekauft hatte. Voraussetzung war allerdings, dass der Sparer in diesen Jahren durchhielt.

Dass viele Anleger genau das nicht schaffen, darauf deuten die Auswertungen der Fondsratingagentur Morningstar hin. In ihrer jährlichen Studie „Mind the Gap“ vergleicht sie die Rendite von Fonds mit der Rendite, die deren Anleger erzielt haben. In den zehn Jahren bis Ende 2025 brachten amerikanische Fonds im Schnitt 9,9 Prozent pro Jahr, ihre Anleger aber nur 8,7 Prozent, weil sie zu ungünstigen Zeitpunkten kauften und verkauften. Für in Europa aufgelegte Fonds fand Morningstar in einer früheren Auswertung eine Lücke von 0,7 bis 0,8 Prozentpunkten pro Jahr, andere Forscher kommen mit anderer Methode auf deutlich kleinere Werte. Wie groß die Lücke genau ist, ist also umstritten. In welche Richtung sie zeigt, ist es nicht.

Legen Sie deshalb fest, bevor es so weit ist, dass der Sparplan auch bei einem Kurssturz unverändert weiterläuft und Sie keine Anteile verkaufen. Wenn Sie wissen, dass Sie einen Rückgang von 30 oder 40 Prozent nicht aushalten würden, legen Sie nur einen Teil Ihres Geldes in Aktien an und lassen den Rest auf dem Tagesgeldkonto. Die gewählte Aufteilung halten Sie mit gelegentlichem Rebalancing stabil. Pausieren sollten Sie den Sparplan nur, wenn Sie das Geld für den Lebensunterhalt brauchen, zum Beispiel nach einem Jobverlust. Dann ist es richtig, die Rate auszusetzen, statt Anteile zum Tiefstkurs zu verkaufen.

Sparplan, Einmalanlage oder beides?

Ob Sie per Sparplan oder mit einer Einmalanlage investieren, entscheidet meist die Herkunft des Geldes. Wer aus dem laufenden Einkommen spart, braucht einen Sparplan. Wer dagegen einen größeren Betrag auf dem Konto hat, etwa aus einer Erbschaft oder einer Abfindung, sollte ihn nicht künstlich über Jahre in kleinen Raten anlegen, denn statistisch schneidet die sofortige Anlage in rund zwei von drei Fällen besser ab. Wem das zu riskant erscheint, der verteilt den Betrag über höchstens zwölf Monate. Unsere Entscheidungsregel dazu erklären wir im Ratgeber Investieren für Anfänger.

In der Praxis ist die Kombination der Normalfall. Ein vorhandener Betrag wird auf einmal oder in wenigen Tranchen in denselben Welt-ETF investiert, den Sie auch besparen, und der Sparplan läuft daneben weiter. Ein zweiter ETF ist dafür nicht nötig. Für den Einmalkauf nutzen Sie eine gewöhnliche Börsenorder mit Limit, wie im Ratgeber ETF für Anfänger beschrieben.

Typische Fehler beim ETF-Sparplan

Die meisten Fehler mit Sparplänen passieren beim Einrichten oder entstehen durch Nachlässigkeit über die Jahre. Sie kosten selten viel auf einmal, summieren sich aber.

Für kleine Raten eine Festgebühr zahlen. Wie schnell das ins Geld geht, zeigt die Gebührentabelle weiter oben. Kleine Raten gehören in ein Depot ohne Ausführungsgebühr.

Die Rate nie anpassen. Viele Sparpläne laufen jahrzehntelang mit dem Betrag, mit dem sie eingerichtet wurden, während Einkommen und Preise steigen. Prüfen Sie die Rate mindestens einmal im Jahr und nach jeder Gehaltserhöhung.

Das Geld auf zu viele Sparpläne verteilen. Fünf Sparpläne über je 20 Euro auf verschiedene Welt-, Länder- und Themen-ETFs wirken durchdacht. Bei genauerem Hinsehen enthalten sie zu großen Teilen dieselben Unternehmen, kosten bei festen Gebühren fünfmal und lassen sich schwer überblicken. Ein Sparplan auf einen Welt-ETF ist die bessere Lösung.

Ausschüttungen liegen lassen. Wer einen ausschüttenden ETF bespart, bekommt die Dividenden aufs Verrechnungskonto. Legt er sie nicht wieder an, arbeitet ein Teil des Vermögens nicht mehr mit. Für den Vermögensaufbau ist die thesaurierende Variante deshalb bequemer.

Das Verrechnungskonto aus dem Blick verlieren. Ist das Konto am Ausführungstag nicht gedeckt, fällt die Rate aus, und Anfang Januar sollte außerdem genug Geld für eine mögliche Vorabpauschale bereitliegen. Ein Dauerauftrag mit einem kleinen Puffer erledigt beides.

Den Sparplan als Spielwiese nutzen. Sparpläne auf einzelne Aktien, Kryptoprodukte oder den gerade beliebtesten Themen-ETF ersetzen keinen breit gestreuten Welt-ETF. Wer so etwas ausprobieren möchte, sollte es mit einem kleinen Betrag zusätzlich zum eigentlichen Sparplan tun.

Wie Sie später an Ihr Geld kommen

Ein Sparplan hat kein festes Ende. Sie können jederzeit einzelne Anteile oder den gesamten Bestand verkaufen, der Erlös wird in der Regel zwei Handelstage nach dem Verkauf auf Ihrem Verrechnungskonto gutgeschrieben. Bruchstücke lassen sich bei manchen Anbietern nur ohne Limit verkaufen, was bei großen ETFs während der Haupthandelszeit kein Problem ist.

Ist das Geld für ein bestimmtes Ziel gedacht, sollten Sie nicht bis zum letzten Tag voll investiert bleiben. Beginnen Sie einige Jahre vorher, die neuen Raten auf Tagesgeld umzulenken und bestehende Anteile in Teilbeträgen umzuschichten. So kann ein Kurseinbruch kurz vor dem Ziel Ihre Pläne nicht mehr durchkreuzen. Größere Verkäufe verteilen Sie nach Möglichkeit auf mehrere Kalenderjahre, damit Sie den Sparerpauschbetrag jedes Jahr nutzen.

Im Ruhestand kehrt sich der Sparplan um: Statt monatlich zu kaufen, verkaufen Sie regelmäßig Anteile für einen festen Betrag. Einige Anbieter haben dafür einen automatischen Entnahme- oder Auszahlplan im Angebot, sonst verkaufen Sie selbst in festen Abständen. Wie hoch die Entnahme sein darf, damit das Geld reicht, hängt von Vermögen, Laufzeit und Marktentwicklung ab. Diese Rechnung sollten Sie einige Jahre vor dem Ruhestand in Ruhe aufstellen.

Unser Fazit

Ein ETF-Sparplan ist für Einsteiger aus unserer Sicht der beste Weg in den Vermögensaufbau, weil er das Anfangen leicht macht und das Durchhalten fast von selbst erledigt. Wer früh beginnt und die Rate mit dem Einkommen steigert, hat das Wichtigste richtig gemacht. Ausführungstag, Intervall und die Feinheiten der ETF-Auswahl fallen daneben kaum ins Gewicht.

Zwei Dinge können die Rechnung verderben. Das eine sind Gebühren: Ein Sparplan bei einer teuren Bank kostet bei kleinen Raten mehrere Prozent jeder Einzahlung, und das Monat für Monat. Das andere ist die eigene Nervosität. Ein Aktien-ETF kann nach einem Einbruch Jahre brauchen, um sich zu erholen, und wer in dieser Zeit aussteigt, verschenkt genau den Vorteil, den der Sparplan bietet. Geld, das Sie in absehbarer Zeit benötigen, gehört deshalb nicht hinein.

Unsere Empfehlung: Eröffnen Sie ein Depot ohne Depot- und Sparplangebühren, richten Sie einen monatlichen Sparplan auf einen thesaurierenden Welt-ETF ein und erhöhen Sie die Rate jedes Jahr. Fragen Sie nach, ob Ihr Arbeitgeber vermögenswirksame Leistungen zahlt, und lenken Sie sie in einen ETF-Sparplan. Und lassen Sie den Sparplan laufen, gerade dann, wenn es an der Börse unruhig wird. Welche Depots kostenlose ETF-Sparpläne anbieten, zeigt unser Broker-Vergleich.

Häufige Fragen

Ist ein ETF-Sparplan sinnvoll?

Für den langfristigen Vermögensaufbau ja. Ein Sparplan auf einen breit gestreuten Welt-ETF verbindet niedrige Kosten mit einer Renditechance, die auf lange Sicht deutlich über der von Tagesgeld liegt, und er funktioniert ohne Fachwissen und tägliche Aufmerksamkeit. Nicht sinnvoll ist er für Geld, das Sie in den nächsten Jahren brauchen, und solange teure Schulden offen sind oder der Notgroschen fehlt.

Lohnt sich ein ETF-Sparplan mit 25 Euro im Monat?

Ja, sofern der Sparplan nichts kostet. Mit 25 Euro im Monat zahlen Sie in 40 Jahren 12.000 Euro ein; bei 6 Prozent Rendite pro Jahr würden daraus rund 47.700 Euro. Verlangt Ihr Anbieter dagegen eine feste Gebühr von 1,50 Euro oder mehr pro Ausführung, gehen 6 Prozent und mehr jeder Rate verloren. Dann lohnt sich ein Depotwechsel, bevor Sie anfangen.

Ist es sinnvoll, monatlich 500 Euro in ETFs zu investieren?

Wenn Sie sich diesen Betrag dauerhaft leisten können, ja. Bei 6 Prozent Rendite pro Jahr werden aus 500 Euro monatlich in 15 Jahren rund 143.500 Euro und in 25 Jahren rund 338.100 Euro, bei Einzahlungen von 90.000 beziehungsweise 150.000 Euro. Prüfen Sie vorher, ob ein Teil des Geldes für Ziele in den nächsten Jahren gedacht ist, denn dieser Teil gehört nicht in einen Aktien-ETF. Bei einer solchen Rate wird außerdem die Vorabpauschale früher zum Thema: Mit dem Basiszins von 2026 übersteigt sie den Sparerpauschbetrag bereits nach gut acht Jahren.

Kann man mit einem ETF-Sparplan Verlust machen?

Ja, vor allem in den ersten Jahren. Fallen die Kurse kurz nach dem Start deutlich, liegt das Depot unter der Summe der Einzahlungen, und das kann einige Jahre so bleiben. Je länger ein Sparplan läuft, desto unwahrscheinlicher wird ein Verlust, weil auf Einbrüche in der Vergangenheit stets eine Erholung folgte. Eine Garantie dafür gibt es nicht. Einen Totalverlust halten wir bei einem Welt-ETF dagegen für praktisch ausgeschlossen, denn dafür müssten mehr als tausend Unternehmen weltweit gleichzeitig wertlos werden.

Warum verlieren so viele Anleger mit ETFs Geld?

Der häufigste Grund ist das eigene Verhalten. Wer nach einem Kursrutsch verkauft, macht aus einem vorübergehenden Minus einen dauerhaften Verlust und verpasst die Erholung. Andere steigen in Themen-ETFs ein, nachdem diese bereits stark gestiegen sind, oder wechseln ständig die Strategie. Ein Sparplan auf einen Welt-ETF, der unverändert weiterläuft, schützt vor den meisten dieser Fehler.

Wie lange sollte ein ETF-Sparplan laufen?

Mindestens zehn Jahre, besser 15 und mehr. Je länger der Zeitraum, desto eher gleichen sich schlechte Börsenjahre aus und desto stärker wirkt der Zinseszins. Ein festes Enddatum braucht der Sparplan nicht: Er läuft, bis Sie das Geld für Ihr Ziel benötigen, und kann im Ruhestand in einen Entnahmeplan übergehen.

Kann ich den Sparplan jederzeit ändern oder pausieren?

Ja – Rate, Intervall und Ausführungstag können Sie in der Regel jederzeit und ohne Kosten ändern, den Sparplan aussetzen oder beenden. Die Änderung muss nur einige Tage vor der nächsten Ausführung eingehen. Wollen Sie künftig einen anderen ETF besparen, richten Sie einen neuen Sparplan ein; die bisher gekauften Anteile bleiben im Depot und müssen nicht verkauft werden.

Lohnt sich ein ETF-Sparplan für Kinder?

Wegen des langen Anlagehorizonts eignet sich ein ETF-Sparplan für Kinder besonders gut. Läuft das Depot auf den Namen des Kindes, bleiben 2026 Kapitalerträge bis 13.384 Euro im Jahr steuerfrei, sofern das Kind keine anderen Einkünfte hat; für Erträge über den Sparerpauschbetrag hinaus brauchen Sie dafür eine Nichtveranlagungsbescheinigung vom Finanzamt. Das Geld gehört dann allerdings dem Kind, und mit 18 Jahren kann es frei darüber verfügen. Beachten Sie außerdem, dass Kapitalerträge oberhalb des Sparerpauschbetrags für die beitragsfreie Familienversicherung als Einkommen des Kindes zählen; 2026 kann sie ab rund 7.800 Euro Kapitalerträgen im Jahr entfallen. Wer flexibel bleiben möchte, spart im eigenen Depot für das Kind, versteuert die Erträge dann aber selbst.


Hinweis: Geldentscheid finanziert sich unter anderem über Provisionen von Anbietern, die auf unseren Vergleichsseiten aufgeführt sind. Auf die Einschätzungen in diesem Ratgeber hat das keinen Einfluss.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ist keine Anlage- oder Steuerberatung. Die Rechenbeispiele beruhen auf Annahmen; vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Indexdaten: Stand 31.08.2026; alle übrigen Zahlen: Stand Oktober 2026.

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