Ergebnis
Unterschied nach 20 Jahren – Erlös nach dem Verkauf
3.371 € mehr bei Variante A
Variante A: 102.916 €, Variante B: 99.545 € – unter denselben Einzahlungen von 58.000 € und derselben angenommenen Bruttorendite von 5 % pro Jahr. Der Unterschied entsteht allein durch die eingetragenen Kosten. Ohne die modellierten Kosten wären es 108.025 €.
Bis zum Ende von Jahr 6 ergibt Variante B den höheren Wert, ab dem Ende von Jahr 7 Variante A. Der Wechsel entsteht allein durch die eingetragenen Kosten: Kaufkosten und feste Beträge wirken sofort und wiegen bei kleinem Vermögen schwer, prozentuale laufende Kosten wachsen mit dem Vermögen und der Laufzeit.
Der Vergleich zeigt nur die Wirkung der eingetragenen Kosten. Er bewertet weder die Anlagen selbst noch ihre Strategie, ihr Risiko oder ihre tatsächliche Wertentwicklung.
Annahmen für beide Kostenmodelle: Einmalanlage 10.000,00 € zu Beginn, Sparrate 200,00 € zu Beginn jedes Monats; 20 Jahre; 5 % Bruttorendite pro Jahr vor den modellierten Kosten, gleichmäßig über den ganzen Zeitraum; Verkauf am Ende. Variante A: laufende Produktkosten 0,2 % p. a., Service-/Managementkosten 0 % p. a., feste Depot-/Plattformkosten: 20,00 € pro Jahr, Spread 0,1 %, Kaufkosten Einmalanlage: 1 %, Kaufkosten je Sparrate: 1,00 € + 1 %, Verkaufskosten: 10,00 €. Variante B: laufende Produktkosten 0,2 % p. a., Service-/Managementkosten 0,4 % p. a., feste Depot-/Plattformkosten: keine, Spread 0 %, Kaufkosten Einmalanlage: keine, Kaufkosten je Sparrate: keine, Verkaufskosten: keine. Ein Vergleich der eingetragenen Kosten, keine Prognose.
Ergebnis je Kostenmodell
| Variante A | Variante B | |
|---|---|---|
| Eingezahlt Einmalanlage und Sparraten, einschließlich der daraus bezahlten Kaufkosten | 58.000 € | 58.000 € |
| Anlagewert nach 20 Jahren, vor dem Verkauf zum Mittelkurs, nach laufenden und festen Kosten | 102.977 € | 99.545 € |
| Erlös nach dem Verkauf nach Spread und Verkaufskosten, vor Steuern | 102.916 € | 99.545 € |
| Ohne modellierte Kosten gleiche Einzahlungen und Bruttorendite, alle Kosten auf 0 gesetzt | 108.025 € | 108.025 € |
| Minderung des Endwerts durch die modellierten Kosten Wert ohne Kosten minus Erlös; Aufteilung in der nächsten Tabelle | 5.109 € | 8.479 € |
Kosten und ihre Wirkung bis zum Ende der Laufzeit
Laufende Produktkosten wie die TER stecken im Fondswert, der Spread im Kurs, zu dem gekauft und verkauft wird; beide erscheinen nicht als eigene Buchung. Kauf- und Verkaufskosten, Service-/Managementkosten und feste Kosten werden je nach Anbieter gesondert abgerechnet oder aus der Anlage entnommen.
| Variante A | Variante B | |||
|---|---|---|---|---|
| Kostenart | Abgezogen | Wirkung am Ende | Abgezogen | Wirkung am Ende |
| Kauf- und Verkaufskosten | ||||
| Kaufkosten Einmalanlage einmal zu Beginn | 99 € | 263 € | 0 € | 0 € |
| Kaufkosten Sparraten 240 Käufe | 713 € | 1.210 € | 0 € | 0 € |
| Verkaufskosten einmal am Ende | 10 € | 10 € | 0 € | 0 € |
| Kauf- und Verkaufskosten zusammen | 822 € | 1.483 € | 0 € | 0 € |
| Laufende Kosten | ||||
| Laufende Produktkosten z. B. TER; monatlich anteilig aus dem Anlagewert | 1.982 € | 2.860 € | 1.952 € | 2.826 € |
| Service-/Managementkosten monatlich anteilig aus dem Anlagewert | 0 € | 0 € | 3.905 € | 5.653 € |
| Feste Depot-/Plattformkosten 20-mal, jeweils am Jahresende | 400 € | 661 € | 0 € | 0 € |
| Laufende Kosten zusammen | 2.382 € | 3.521 € | 5.857 € | 8.479 € |
| Spread, im Kurs enthalten | ||||
| Spread beim Kauf halber Spread auf jeden Kauf | 29 € | 53 € | 0 € | 0 € |
| Spread beim Verkauf halber Spread auf den Verkauf | 51 € | 51 € | 0 € | 0 € |
| Spread zusammen | 80 € | 105 € | 0 € | 0 € |
| Alle modellierten Kosten Wirkung = Minderung des Endwerts gegenüber dem Wert ohne Kosten | 3.284 € | 5.109 € | 5.857 € | 8.479 € |
„Abgezogen“ ist die Summe der Beträge zum Zeitpunkt, zu dem sie anfallen. „Wirkung am Ende“ ist, um wie viel diese Beträge das Ergebnis mindern: der Betrag selbst plus der Wertzuwachs, den er bei 5 % Bruttorendite bis zum Ende gebracht hätte (bei negativer Rendite weniger als der Betrag). Jede Kostenart zählt einmal, mit dem Betrag, der tatsächlich abgezogen wurde. Die Wirkungen ergeben zusammen genau die Minderung gegenüber dem Wert ohne Kosten; der Unterschied zwischen den Ergebnissen beider Kostenmodelle (3.371 €) ist deshalb genau der Unterschied ihrer gesamten Kostenwirkung.
Verlauf Jahr für Jahr
- Variante B höher
- Variante A höher
| Jahr | Eingezahlt | Ohne Kosten | Variante A | Variante B | Unterschied Variante B minus Variante A |
|---|---|---|---|---|---|
| Start | 10.200 € | 10.200 € | 10.078 € | 10.200 € | +122 € |
| 1 | 12.400 € | 12.965 € | 12.758 € | 12.893 € | +136 € |
| 2 | 14.800 € | 16.077 € | 15.772 € | 15.913 € | +141 € |
| 3 | 17.200 € | 19.346 € | 18.931 € | 19.065 € | +134 € |
| 4 | 19.600 € | 22.777 € | 22.241 € | 22.355 € | +114 € |
| 5 | 22.000 € | 26.381 € | 25.710 € | 25.788 € | +78 € |
| 6 | 24.400 € | 30.164 € | 29.345 € | 29.371 € | +27 € |
| 7 | 26.800 € | 34.137 € | 33.154 € | 33.111 € | −42 € |
| 8 | 29.200 € | 38.308 € | 37.145 € | 37.015 € | −130 € |
| 9 | 31.600 € | 42.688 € | 41.327 € | 41.089 € | −239 € |
| 10 | 34.000 € | 47.287 € | 45.710 € | 45.341 € | −370 € |
| 11 | 36.400 € | 52.116 € | 50.303 € | 49.779 € | −525 € |
| 12 | 38.800 € | 57.187 € | 55.116 € | 54.410 € | −706 € |
| 13 | 41.200 € | 62.510 € | 60.159 € | 59.245 € | −915 € |
| 14 | 43.600 € | 68.100 € | 65.444 € | 64.290 € | −1.154 € |
| 15 | 46.000 € | 73.970 € | 70.983 € | 69.556 € | −1.427 € |
| 16 | 48.400 € | 80.133 € | 76.786 € | 75.052 € | −1.734 € |
| 17 | 50.800 € | 86.604 € | 82.867 € | 80.788 € | −2.079 € |
| 18 | 53.200 € | 93.399 € | 89.240 € | 86.775 € | −2.465 € |
| 19 | 55.600 € | 100.533 € | 95.918 € | 93.024 € | −2.894 € |
| 20 | 58.000 € | 108.025 € | 102.916 € | 99.545 € | −3.371 € |
Was der Rechner vergleicht
- Derselbe Anlageplan, dieselbe Bruttorendite: Einmalanlage, Sparrate, Anlagedauer und angenommene Bruttorendite gelten für beide Kostenmodelle. Unterschiede im Ergebnis entstehen deshalb allein durch die eingetragenen Kosten. Eine eigene Rendite je Kostenmodell gibt es bewusst nicht: Das Ergebnis würde sonst Wertentwicklung, Anlagestrategie und Kosten vermischen.
- Zwei Kostenmodelle, keine Bewertung: A und B sind eigene Annahmen, etwa zwei ETF, zwei Fonds, ein ETF und ein Fonds, ein selbst verwaltetes ETF-Depot und ein Robo-Advisor oder zwei gedachte Kostenstrukturen. Der Rechner wählt kein Produkt aus, bewertet keine Anbieter und sagt nicht, ob ein ETF, ein Fonds oder ein Robo-Advisor geeigneter ist. Ein höherer Wert heißt nur: Unter denselben Einzahlungen und derselben angenommenen Bruttorendite bleibt nach den eingetragenen Kosten mehr übrig.
- Was außerhalb der Kosten liegt: Tatsächliche Anlagen unterscheiden sich auch in Strategie, Risiko, Aufteilung, Nachbildung ihres Index, steuerlicher Behandlung und Wertentwicklung vor Kosten – oft stärker als in den Kosten. Das bildet der Rechner nicht ab. Niedrigere Kosten bedeuten deshalb nicht automatisch eine höhere tatsächliche Rendite.
- Mit oder ohne Verkauf: Mit Verkauf am Ende vergleicht der Rechner den Erlös nach Spread und Verkaufskosten. Ohne Verkauf vergleicht er den Anlagewert; mögliche spätere Verkaufskosten zieht er dann nicht ab.
ETF, Fonds und Robo-Advisor eintragen
Die Felder sind allgemein gehalten, damit sich unterschiedliche Anlageformen mit denselben Kostenarten beschreiben lassen. Die folgenden Zuordnungen sind Beispiele; welche Kosten tatsächlich anfallen, steht in den Unterlagen des jeweiligen Produkts.
- Selbst verwaltetes ETF-Depot: laufende Produktkosten = TER der ETF; Service-/Managementkosten = 0 %; feste Depot- oder Plattformkosten, falls das Depot welche hat; Kaufkosten = Order- oder Sparplangebühr; Spread je nach Handelsplatz. Eigene Umschichtungen kosten weitere Orders, die hier nicht enthalten sind. Käufe, Verkäufe und Orderkosten einer einzelnen Umschichtung zeigt der Rebalancing-Rechner.
- Robo-Advisor: laufende Produktkosten = laufende Kosten der eingesetzten ETF oder Fonds; Service-/Managementkosten = Servicegebühr des Robo-Advisors; feste Plattformkosten nur, wenn sie erhoben werden; Kauf- und Verkaufskosten nur, wenn sie gesondert berechnet werden; einen Spread nur, wenn man ihn bewusst ansetzen möchte.
- Aktiv verwalteter Fonds: laufende Produktkosten = laufende Kosten laut Basisinformationsblatt; Service- oder Plattformkosten, falls vorhanden; ein Ausgabeaufschlag als Prozentsatz der Kaufkosten, denn der Prozentsatz bezieht sich wie ein Ausgabeaufschlag auf den angelegten Betrag (siehe Rechenweg); der Spread meist 0 %, wenn er nicht angesetzt werden soll, etwa beim Kauf über die Fondsgesellschaft.
- Erfolgsabhängige Vergütungen: Performancegebühren mit Hürde (Hurdle Rate) oder Höchststandsregel (High-Water-Mark) hängen vom Verlauf der Wertentwicklung ab und lassen sich nicht als fester Prozentsatz darstellen. Der Rechner bildet sie nicht ab. Wer sie trotzdem als zusätzliche laufende Kosten einträgt, erhält nur eine grobe Näherung.
Einmalige und laufende Kosten
- Kosten je Kauf und Verkauf: Kaufkosten, Ausgabeaufschläge und Spread fallen bei jeder Transaktion an, unabhängig davon, wie lange man danach investiert bleibt. Bei einem Sparplan wiederholen sie sich mit jeder Ausführung. Ein fester Betrag wiegt bei kleinen Beträgen schwer: 1,50 € sind bei einer Sparrate von 50 € schon 3 %, bei 500 € nur 0,3 %.
- Laufende Kosten: Produktkosten, Service- oder Managementkosten und feste Depot- oder Plattformkosten fallen Jahr für Jahr an, solange man investiert bleibt. Prozentuale Kosten bemessen sich am Anlagewert und wachsen mit ihm; feste Kosten bleiben gleich hoch und wiegen bei kleinem Vermögen relativ schwer.
- Warum die Laufzeit zählt: Zusätzliche laufende Kosten von 0,5 % pro Jahr machen bei 10.000 € im ersten Jahr rund 53 € aus. Über 20 Jahre wirken sie auf ein wachsendes Vermögen, und jeder entnommene Euro fehlt auch beim späteren Wertzuwachs: Bei 5 % Bruttorendite werden rund 1.610 € abgezogen, der Endwert liegt aber um rund 2.530 € niedriger. Niedrigere laufende Kosten können höhere Kaufkosten deshalb erst nach einigen Jahren ausgleichen, bei kurzer Laufzeit oft gar nicht. Ab wann, zeigt der Verlauf Jahr für Jahr im Ergebnis; im vorbelegten Beispiel dreht sich das Verhältnis nach einigen Jahren.
Was der Spread ist
Für börsengehandelte Wertpapiere wie ETF werden zwei Kurse gestellt: der Briefkurs, zu dem man kauft, und der niedrigere Geldkurs, zu dem man verkauft. Der Abstand zwischen beiden ist der Spread, hier angegeben in Prozent des Mittelkurses. Er erscheint auf keiner Abrechnung als Gebühr, steckt aber im Kurs: Wer zum Briefkurs kauft und sofort zum Geldkurs verkauft, verliert ungefähr einen vollen Spread.
Der Rechner fragt deshalb die volle Spanne ab und setzt beim Kauf und beim Verkauf je die Hälfte an – nicht den ganzen Spread auf jeder Seite. Bei 0,2 % Spread kostet ein Kauf also rund 0,1 %, Kauf und späterer Verkauf zusammen rund 0,2 %.
Wie groß der Spread tatsächlich ist, hängt vom Wertpapier, vom Handelsplatz und vom Zeitpunkt ab. Der eingetragene Wert ist eine Annahme für alle Käufe und den Verkauf; der Rechner ruft keine Kurse ab. Werden Fondsanteile direkt über die Fondsgesellschaft ausgegeben und zurückgenommen, gibt es meist keinen Spread; dafür kann ein Ausgabeaufschlag anfallen. Soll kein Spread berücksichtigt werden, trägt man 0 % ein.
Bruttorendite vor Kosten
- Vor allen eingetragenen Kosten: Die angenommene Bruttorendite ist die Wertentwicklung vor allen Kosten aus dem Formular. Laufende Kosten, Spread sowie Kauf- und Verkaufskosten zieht der Rechner selbst ab. Trägt man eine Rendite ein, in der Kosten schon stecken – etwa die Wertentwicklung eines Fonds aus seinem Factsheet –, werden sie doppelt abgezogen. Vorbelegt sind 5 % pro Jahr als Beispiel, keine Prognose.
- Höhe der Rendite: Sie verändert auch den Unterschied zwischen den Kostenmodellen. Je höher sie ist, desto mehr Wertzuwachs entgeht mit jedem Euro Kosten. Bei negativer Rendite mindert ein abgezogener Euro das Ergebnis am Ende um weniger als einen Euro.
- Produktkosten und tatsächliche Wertentwicklung: Die TER oder die laufenden Kosten eines Fonds enthalten nicht alle Kosten im Fonds; Transaktionskosten innerhalb des Fonds fehlen etwa. Erträge aus Wertpapierleihe, die Besteuerung im Fonds und die Art der Nachbildung wirken in beide Richtungen. Die tatsächliche Abweichung vom Index, die Tracking Difference, kann deshalb größer oder kleiner sein. Statt der TER lässt sich auch eine eigene Annahme eintragen, etwa eine beobachtete Tracking Difference, sofern sie positiv ist.
So liest man das Ergebnis
- Unterschied: Der große Betrag oben ist der Unterschied zwischen den Ergebnissen beider Kostenmodelle am Ende – mit Verkauf der Erlös, ohne Verkauf der Anlagewert.
- Ohne modellierte Kosten: derselbe Anlageplan mit derselben Bruttorendite, aber ohne alle eingetragenen Kosten – ein rechnerischer Vergleichswert, keine tatsächlich erhältliche Anlage. Die Minderung des Endwerts durch die modellierten Kosten ist der Abstand eines Kostenmodells zu diesem Wert.
- Abgezogen und Wirkung am Ende: „Abgezogen“ ist die Summe der Kosten in Euro zum Zeitpunkt, zu dem sie anfallen. Die „Wirkung am Ende“ enthält zusätzlich den Wertzuwachs, den dieses Geld bis zum Ende gebracht hätte. Beides wird nicht addiert: Die Wirkung schließt den abgezogenen Betrag bereits ein.
- Kostengruppen: Kauf- und Verkaufskosten fallen je Transaktion an, laufende Kosten Jahr für Jahr. Laufende Produktkosten und Spread werden meist nicht als eigene Buchung sichtbar; sie mindern den Fondswert und den Kurs, zu dem gehandelt wird, und fallen deshalb leicht aus dem Blick.
- Verlauf: Tabelle und Diagramm zeigen, welches Kostenmodell direkt nach dem ersten Kauf und am Ende jedes Jahres den höheren Wert ergibt. Mit Verkauf ist das jeweils der Erlös, wenn man zu diesem Zeitpunkt alles verkaufen würde, die Anlagedauer also dort enden würde. So wird sichtbar, ab wann niedrigere laufende Kosten höhere Kosten beim Kauf ausgleichen.
Annahmen und Rechenweg
- Zeitpunkte: Gerechnet wird in Monatsschritten über volle Jahre, für beide Kostenmodelle und den Wert ohne Kosten gleich. Die Einmalanlage wird zu Beginn des ersten Monats gekauft, jede Sparrate zu Beginn ihres Monats. Im Laufe des Monats entwickelt sich der Anlagewert mit der Bruttorendite, danach werden die anteiligen laufenden Kosten abgezogen. Die festen Depot-/Plattformkosten werden am Ende jedes zwölften Monats fällig, ein Verkauf am Ende des letzten Monats.
- Rendite und laufende Kosten: Die Bruttorendite ist ein effektiver Jahreswert; gerechnet wird mit dem gleichwertigen Monatsfaktor (1 + Rendite)1/12. Produktkosten und Service-/Managementkosten werden zu einem Jahressatz addiert und monatlich anteilig mit dem Faktor (1 − Jahressatz)1/12 abgezogen, pro Jahr also genau einmal. Der monatliche Abzug wird im Verhältnis der beiden Sätze auf die Kostenarten aufgeteilt; auf eine Reihenfolge der beiden Kosten kommt es nicht an. Aus 10.000 € werden bei 0,7 % Produktkosten, 0,3 % Service-/Managementkosten und 0 % Rendite nach einem Jahr 9.900 €; davon entfallen 70 € auf die Produkt- und 30 € auf die Service-/Managementkosten.
- Kaufkosten: Fester Betrag plus Prozentsatz vom angelegten Betrag, wie in Preisverzeichnissen üblich. Die Kosten werden aus dem Betrag des jeweiligen Kaufs bezahlt, angelegt wird der Rest: Von 200 € Sparrate werden bei 1,50 € Kaufkosten 198,50 € angelegt. Ein Ausgabeaufschlag passt zu dieser Regel, weil er sich auf den Anteilwert bezieht: Von 1.000 € werden bei 5 % Ausgabeaufschlag 952,38 € angelegt, der Aufschlag beträgt 47,62 €. Ist der feste Betrag mindestens so hoch wie die Sparrate oder die Einmalanlage, würde nichts angelegt; der Rechner zeigt dann einen Hinweis statt eines Ergebnisses.
- Spread: Bewertet wird zum Mittelkurs. Ein Kauf zahlt den Briefkurs, Mittelkurs × (1 + Spread/2), ein Verkauf erhält den Geldkurs, Mittelkurs × (1 − Spread/2). Werden 10.000 € bei 1 % Spread gekauft und sofort wieder verkauft, bleiben 9.900,50 € – rund ein voller Spread, nicht 2 %.
- Feste Depot-/Plattformkosten: ein fester Jahresbetrag, am Ende jedes Jahres aus der Anlage entnommen, als würden dafür Anteile ohne weitere Kosten verkauft. So bleiben die Einzahlungen in beiden Kostenmodellen gleich. In der Praxis werden solche Kosten oft vom Verrechnungskonto abgebucht; das Geld fehlt dann dort statt in der Anlage. Reicht der Anlagewert nicht, wird die Anlage nur bis 0 € belastet und der ungedeckte Rest ausgewiesen; negativ wird sie nie.
- Verkauf am Ende: Nur wenn er ausgewählt ist, wird zum Geldkurs verkauft und die Verkaufskosten (fester Betrag plus Prozentsatz vom Verkaufsbetrag) werden vom Erlös abgezogen, höchstens bis der Erlös 0 € beträgt. Ohne Verkauf ist das Ergebnis der Anlagewert zum Mittelkurs.
- Wirkung der Kosten: Jede Kostenart zählt einmal, mit dem Betrag, der tatsächlich abgezogen wurde. Ihre Wirkung am Ende ist dieser Betrag, verzinst mit der Bruttorendite vom Zeitpunkt des Abzugs bis zum Ende. Zusammen ergeben die Wirkungen genau den Abstand zum Wert ohne Kosten; auf eine Reihenfolge, in der man die Kosten herausrechnet, kommt es nicht an. Die Kostenarten beeinflussen sich aber gegenseitig: Wer mehr für Kaufkosten ausgibt, hat weniger angelegt und zahlt in Euro etwas weniger laufende Kosten. Bei gleichem Satz können sich die Beträge einer Kostenart zwischen den Kostenmodellen deshalb leicht unterscheiden.
- Rundung: Gerechnet wird ohne Zwischenrundung; angezeigt werden Beträge auf den Euro gerundet.
Was nicht berücksichtigt ist
- Steuern: Abgeltungsteuer, Teilfreistellung, Vorabpauschale, Sparer-Pauschbetrag, Verlustverrechnung und die Besteuerung von Ausschüttungen. Alle Werte gelten vor Steuern.
- Unterschiedliche Bruttorenditen der beiden Kostenmodelle sowie Schwankungen am Markt und die Reihenfolge guter und schlechter Jahre: Die Rendite ist über den ganzen Zeitraum gleich.
- Abweichungen vom Index über die eingetragenen Produktkosten hinaus (Tracking Difference).
- Kosten, die sich im Lauf der Zeit ändern, Staffelpreise, Mindest- und Höchstbeträge sowie Mindestanlagebeträge.
- Anbieterspezifische Abrechnungsregeln, etwa prozentuale Gebühren auf durchschnittliche Quartalsbestände zu bestimmten Stichtagen.
- Erfolgsabhängige Vergütungen (Performancegebühren) mit Hürde oder Höchststandsregel.
- Währungsumrechnung, Ausschüttungen als eigene Zahlungen, einzelne Kaufzeitpunkte für die Besteuerung (Steuerlots), Zinsen auf dem Verrechnungskonto und Stückzahlen.
Die Ergebnisse sind Rechenbeispiele für die eingetragenen Kosten, keine Prognose der Wertentwicklung einer Anlage und keine Anlageberatung.
Wie sich ein einzelner Sparplan mit Kosten und Inflation insgesamt entwickeln kann oder welche Sparrate ein Sparziel erfordert, zeigt der ETF-Sparplan- und Sparzielrechner.
Was hinter TER, Spread, Orderkosten und Verwaltungsgebühren steckt und wo diese Kosten ausgewiesen werden, erklärt der Ratgeber Kosten der Geldanlage.