Geldentscheid

Rendite richtig berechnen: CAGR, Einzahlungen und tatsächlichen Anlageerfolg verstehen

Die Rendite zeigt, wie viel eine Geldanlage im Verhältnis zum eingesetzten Kapital abgeworfen hat. Im einfachsten Fall teilen Sie den Gewinn durch den Einsatz: Wer 15.000 Euro anlegt und später 18.900 Euro besitzt, hat 3.900 Euro oder 26 Prozent verdient. Läuft die Anlage über mehrere Jahre, rechnen Sie diesen Wert mit der CAGR, der durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate, auf ein Jahr um. Sobald aber zwischendurch Geld hinzukommt oder abfließt, wie bei jedem Sparplan, führen beide Formeln in die Irre. Dann brauchen Sie den internen Zinsfuß.

Unser Urteil vorweg: Die meisten Fehler bei der Renditeberechnung passieren nicht beim Rechnen, sondern bei der Wahl der Formel. Wer eine Gesamtrendite einfach durch die Zahl der Jahre teilt, macht sein Ergebnis schöner, als es war; wer beim Sparplan den Gewinn auf die volle Einzahlungssumme und die volle Laufzeit verteilt, macht es schlechter. Für das eigene Depot mit laufenden Einzahlungen ist der interne Zinsfuß die richtige Kennzahl, für den Vergleich von Fonds und Indizes die zeitgewichtete Rendite. Beide Werte sind korrekt, sie beantworten nur verschiedene Fragen – und deshalb zeigt manche Depot-App zwei Renditen, die scheinbar nicht zusammenpassen. Für Ihre eigenen Zahlen können Sie unseren Renditerechner nutzen.

Was ist Rendite?

Rendite ist der Ertrag einer Geldanlage, ausgedrückt in Prozent des eingesetzten Kapitals und bezogen auf einen Zeitraum, meist auf ein Jahr. In sie fließt alles ein, was die Anlage an Wert gewinnt oder verliert: Kursgewinne und Kursverluste ebenso wie Zinsen und Dividenden, im Idealfall auch Kosten und Steuern. Damit unterscheidet sie sich vom Gewinn, der nur angibt, wie viele Euro am Ende übrig geblieben sind. Ein Gewinn von 3.900 Euro kann eine hervorragende oder eine enttäuschende Geldanlage gewesen sein, je nachdem, wie viel Kapital dafür nötig war und wie lange es gebunden war. Erst die Rendite macht Anlagen unterschiedlicher Größe und Dauer vergleichbar.

Auch Zins und Rendite sind nicht dasselbe. Der Zins ist der vereinbarte Preis dafür, dass Sie jemandem Geld leihen, und damit nur ein möglicher Bestandteil der Rendite. Beim Tagesgeld ohne Gebühren fallen beide praktisch zusammen. Bei einer Anleihe kommen Kursgewinne oder -verluste hinzu, und eine Aktie zahlt überhaupt keinen Zins, kann aber trotzdem eine hohe Rendite bringen. Wir konzentrieren uns in diesem Ratgeber auf Wertpapiere und Depots; für vermietete Immobilien gelten eigene Kennzahlen wie die Mietrendite.

Einfache Rendite: Gewinn im Verhältnis zum Einsatz

Die Grundformel lautet: Rendite = (Endwert − Anfangswert) ÷ Anfangswert × 100. Gleichwertig, aber im Taschenrechner oft bequemer ist (Endwert ÷ Anfangswert − 1) × 100. Aus 15.000 Euro, die zu 18.900 Euro geworden sind, ergeben sich so 26 Prozent. Diese Zahl nennt man auch Gesamtrendite oder kumulierte Rendite, weil sie den ganzen Anlagezeitraum zusammenfasst. Genau darin liegt ihre Schwäche, wie der Vergleich zweier Depots zeigt.

Depot A Depot B
Einsatz 15.000 € 7.500 €
Endwert 18.900 € 9.000 €
Gewinn 3.900 € 1.500 €
Rendite gesamt 26,0 % 20,0 %
Laufzeit 4 Jahre 2 Jahre
Rendite pro Jahr 5,9 % 9,5 %

Rechenbeispiel: keine Ein- oder Auszahlungen während der Laufzeit, vor Kosten und Steuern.

Depot A hat mehr Euro verdient und auch die höhere Gesamtrendite erzielt. Trotzdem war Depot B die bessere Anlage, denn es hat seinen Ertrag in der halben Zeit erwirtschaftet. Ohne Zeitbezug lässt sich eine Rendite also nicht beurteilen, und das gilt für jede Prozentzahl, die Ihnen in Werbung, Depot-Apps oder Gesprächen begegnet: Wer „30 Prozent Plus“ hört, sollte immer zurückfragen, in welchem Zeitraum.

Zur Rendite gehören außerdem alle Erträge, die unterwegs angefallen sind. Kaufen Sie eine Aktie für 80 Euro, steht sie ein Jahr später bei 86 Euro und hat in der Zwischenzeit 2,40 Euro Dividende gezahlt, beträgt die Kursrendite 7,5 Prozent, die Gesamtrendite aber 10,5 Prozent. Bei thesaurierenden ETFs ist das kein Thema, weil die Erträge im Fonds bleiben und im Kurs stecken. Bei ausschüttenden ETFs müssen Sie die Ausschüttungen selbst dazurechnen, sonst unterschätzen Sie Ihre Rendite systematisch. Warum beide Varianten vor Steuern dieselbe Gesamtrendite erzielen, erklären wir im Ratgeber Ausschüttend oder thesaurierend.

Jährliche Rendite berechnen: die CAGR

Die CAGR (Compound Annual Growth Rate), auf Deutsch durchschnittliche jährliche Wachstumsrate, gibt an, mit welchem gleichbleibenden Satz pro Jahr eine Anlage hätte wachsen müssen, um vom Anfangs- zum Endwert zu gelangen. Man spricht auch von der annualisierten Rendite oder der Rendite pro Jahr (p. a.). Die Formel lautet:

CAGR = (Endwert ÷ Anfangswert)^(1 ÷ n) − 1

Dabei steht n für die Zahl der Jahre. Hinter dem Exponenten steckt der Zinseszins: Der Ertrag des zweiten Jahres entsteht bereits auf dem Kapital plus dem Ertrag des ersten Jahres, und deshalb lässt sich eine Gesamtrendite nicht einfach durch die Laufzeit teilen.

Ein Beispiel: Was eine Verdreifachung in 18 Jahren wert ist

Angenommen, aus 15.000 Euro sind in 18 Jahren 45.000 Euro geworden. Das Depot hat sich verdreifacht, die Gesamtrendite beträgt also 200 Prozent. Teilt man diese 200 Prozent durch 18 Jahre, kommt man auf 11,1 Prozent pro Jahr, und das klingt beeindruckend. Die richtige Rechnung sieht anders aus: Endwert durch Anfangswert ergibt 3, die 18. Wurzel daraus ist 1,0629, abzüglich 1 bleiben 6,3 Prozent pro Jahr. Der naive Wert liegt also fast 80 Prozent über dem richtigen. Mit echten 11,1 Prozent pro Jahr wären aus den 15.000 Euro nach 18 Jahren knapp 100.000 Euro geworden, nicht 45.000 Euro.

Je länger der Zeitraum und je höher die Rendite, desto größer wird dieser Fehler, weil der Zinseszins immer mehr Gewicht bekommt. Bei vier Jahren wie in Depot A ist der Unterschied noch klein (6,5 statt 5,9 Prozent), über Jahrzehnte wird er grotesk. Die Renditeangaben für Indizes und Fonds sind deshalb in aller Regel CAGR-Werte. Wenn wir im Ratgeber ETF für Anfänger schreiben, dass der MSCI World von Ende 2000 bis Ende August 2026 durchschnittlich 6,6 Prozent pro Jahr gebracht hat, ist genau diese Rechnung gemeint.

So zählen Sie die Jahre richtig

Ein häufiger Fehler steckt im n. Maßgeblich ist die Zahl der Jahreswechsel, nicht die Zahl der Werte in Ihrer Tabelle: Wenn Sie die Depotwerte zum Jahresende 2019 bis 2025 notiert haben, sind das sieben Werte, aber nur sechs Jahre. Wer hier mit sieben rechnet, rückt seine Rendite künstlich näher an null, Gewinne wie Verluste.

Liegen Kauf und Bewertung nicht auf glatten Jahresgrenzen, rechnen Sie mit Tagen: Der Exponent lautet dann 365 ÷ Anzahl der Tage. Sinnvoll ist das allerdings nur für Zeiträume von mindestens einem Jahr. Wer kürzere Phasen auf ein Jahr hochrechnet, erhält eine Zahl, die Genauigkeit nur vortäuscht: Hat ein ETF in vier Monaten 6 Prozent zugelegt, ergibt die Hochrechnung 19,1 Prozent pro Jahr – eine Zahl, die über die nächsten acht Monate nichts aussagt. Nicht umsonst verlangen die europäischen Regeln für Angaben zur früheren Wertentwicklung von Finanzprodukten vollständige Zwölfmonatszeiträume. Kürzere Phasen geben Sie besser als Gesamtrendite an.

CAGR in Excel und Google Tabellen

In Excel gibt es für die CAGR eine eigene Funktion: ZSATZINVEST, in der englischen Version RRI. Die Syntax lautet =ZSATZINVEST(Zzr;Bw;Zw), also Anzahl der Perioden, Anfangswert und Endwert. Für das Beispiel oben schreiben Sie =ZSATZINVEST(18;15000;45000) und erhalten 6,29 Prozent, sobald Sie die Zelle als Prozentwert formatieren. Achten Sie auf die Einheit: Geben Sie die Laufzeit in Monaten an, liefert die Funktion eine Monatsrendite. Wer lieber die Formel selbst eintippt, kommt mit =(45000/15000)^(1/18)-1 zum selben Ergebnis. In Google Tabellen heißen die Funktionen genauso, wenn Ihr Konto auf Deutsch eingestellt ist; bei englischer Anzeigesprache verwenden Sie die englischen Namen.

Umgekehrt lässt sich mit der CAGR ein Endwert hochrechnen: Endwert = Anfangswert × (1 + CAGR)^n. Für eine schnelle Überschlagsrechnung genügt die 72er-Regel. Teilen Sie 72 durch die Rendite in Prozent, erhalten Sie ungefähr die Zahl der Jahre, in denen sich das Kapital verdoppelt. Bei 6 Prozent sind das 12 Jahre (exakt: 11,9), bei 7 Prozent gut 10 Jahre. Für Renditen zwischen etwa 4 und 10 Prozent liegt die Faustregel erstaunlich nah am exakten Wert.

Was die CAGR nicht zeigt

In die CAGR gehen nur zwei Werte ein, der Anfangs- und der Endwert. Ob das Depot dazwischen gleichmäßig gewachsen ist oder zwischenzeitlich die Hälfte verloren hat, erfahren Sie aus ihr nicht. Zwei Anlagen mit derselben CAGR können sich deshalb für den Anleger völlig unterschiedlich angefühlt haben, und nur eine davon hätte er womöglich bis zum Ende durchgehalten. Wer die Rendite einer Anlage beurteilen will, sollte deshalb auch ihre Schwankungen und den größten zwischenzeitlichen Verlust kennen.

Außerdem hängt jede CAGR am gewählten Startjahr. Der MSCI World hat in Euro gerechnet zwischen 1975 und 2024 im Schnitt 9,7 Prozent pro Jahr gebracht, seit Ende 2000, kurz nach dem Höhepunkt der Dotcom-Blase, aber nur 6,6 Prozent, jeweils vor Fondskosten und persönlichen Steuern. Beide Zahlen stimmen. Wie stark das Ergebnis vom Einstiegszeitpunkt abhängt, machen sogenannte Rendite-Dreiecke sichtbar, die das Deutsche Aktieninstitut etwa für den DAX veröffentlicht: Sie zeigen für jede Kombination aus Kauf- und Verkaufsjahr die durchschnittliche jährliche Rendite, also eine ganze Tabelle voller CAGR-Werte. Und schließlich setzt die CAGR voraus, dass während der Laufzeit weder Geld hinzukommt noch abfließt. Für einen Sparplan ist sie deshalb das falsche Werkzeug.

Durchschnittsrendite: Warum das arithmetische Mittel täuscht

Wer die einzelnen Jahresrenditen kennt, ist versucht, einfach ihren Durchschnitt zu bilden. Nehmen wir einen Fonds, der in vier aufeinanderfolgenden Jahren 25 Prozent gewinnt, 20 Prozent verliert, 30 Prozent gewinnt und 10 Prozent verliert. Das arithmetische Mittel beträgt 6,25 Prozent. Tatsächlich sind aus 100 Euro aber 100 × 1,25 × 0,80 × 1,30 × 0,90 = 117 Euro geworden, und das entspricht einer CAGR von nur 4,0 Prozent pro Jahr. Die richtige Durchschnittsrendite ist das geometrische Mittel, und das ist nichts anderes als die CAGR.

Noch deutlicher wird der Unterschied an einem Extrembeispiel. Gewinnt eine Anlage erst 50 Prozent und verliert dann 50 Prozent, liegt das arithmetische Mittel bei null. Von 100 Euro sind aber nur 75 Euro übrig, ein Verlust von 25 Prozent oder 13,4 Prozent pro Jahr. Der Grund ist simpel: Der Verlust von 50 Prozent trifft eine Anlage, die bereits auf 150 Euro gewachsen ist, und vernichtet 75 Euro, mehr als der Gewinn eingebracht hatte. Umgekehrt muss eine Anlage nach einem Minus überproportional steigen, um das Loch zu schließen.

Verlust nötiger Gewinn, um ihn auszugleichen
−10 % +11,1 %
−20 % +25,0 %
−30 % +42,9 %
−40 % +66,7 %
−50 % +100,0 %
−53,6 % (MSCI World, Mai 2001 bis März 2009, in Euro) +115,5 %

Rechnung: nötiger Gewinn = 1 ÷ (1 − Verlust) − 1.

Je stärker die Renditen schwanken, desto weiter liegen arithmetisches und geometrisches Mittel auseinander. Für Anleger heißt das: Wenn Ihnen jemand eine „durchschnittliche Rendite“ nennt, fragen Sie nach, wie sie berechnet wurde. Seriöse Angaben zu Fonds und Indizes beruhen auf dem geometrischen Mittel. In Werbeprospekten und Gesprächen mit Verkäufern sind wir uns da weniger sicher.

Rendite mit Einzahlungen: Warum die einfache Formel beim Sparplan versagt

Bislang ging es um Anlagen, bei denen das Geld einmal investiert wird und dann liegen bleibt. Die meisten Privatanleger investieren aber anders: Sie zahlen monatlich in einen Sparplan ein, kaufen gelegentlich nach und entnehmen später Geld. Für diese Fälle taugen weder die einfache Rendite noch die CAGR, und das lässt sich an einem Sparplan schnell zeigen.

Angenommen, Sie zahlen zwölf Jahre lang jeden Monat 175 Euro in einen ETF ein, der in dieser Zeit 7 Prozent pro Jahr erwirtschaftet. Am Ende sind 25.200 Euro eingezahlt und das Depot ist rund 38.760 Euro wert. Der Gewinn beträgt also rund 13.560 Euro oder 53,8 Prozent der Einzahlungen. Was daraus pro Jahr folgt, hängt von der Rechenmethode ab:

Rechenweg Ergebnis richtig?
Gewinn ÷ Einzahlungen 53,8 % gesamt als Gesamtwert ja, aber ohne Zeitbezug
53,8 % ÷ 12 Jahre 4,5 % pro Jahr nein
CAGR auf die Summe der Einzahlungen 3,7 % pro Jahr nein
interner Zinsfuß 7,0 % pro Jahr ja

Rechenbeispiel: 175 € monatlich über 12 Jahre, Einzahlung am Monatsende, 7 % Rendite pro Jahr, vor Kosten und Steuern.

Beide naiven Werte liegen weit unter den 7 Prozent, die der Sparplan wirklich erzielt hat, weil sie so tun, als hätten alle 25.200 Euro von Anfang an im Depot gelegen. In Wahrheit war nur die erste Rate knapp zwölf Jahre investiert, die letzte praktisch gar nicht. Im Durchschnitt hat jeder eingezahlte Euro nur etwa sechs Jahre gearbeitet. Wer den Gewinn trotzdem auf die volle Summe und die volle Laufzeit verteilt, unterschätzt die Rendite seines Sparplans erheblich. Ähnliche Verzerrungen entstehen bei Entnahmen, und beides lässt sich nur mit einer Methode sauber erfassen, die den Zeitpunkt jeder Zahlung berücksichtigt.

Zeitgewichtet oder geldgewichtet: zwei Renditen für zwei Fragen

Sobald Geld fließt, müssen Sie unterscheiden. Die erste Frage lautet: Wie gut hat sich die Anlage selbst entwickelt, also der Fonds, der ETF oder die Strategie? Die zweite: Wie gut ist es für mich gelaufen, mit all meinen Einzahlungen und Entnahmen zu den Zeitpunkten, zu denen ich sie vorgenommen habe? Für die erste Frage gibt es die zeitgewichtete Rendite, für die zweite die geldgewichtete Rendite, die man mit dem internen Zinsfuß berechnet.

Zeitgewichtete Rendite (TWR, TTWROR): Wie gut war die Anlage?

Für die zeitgewichtete Rendite (englisch Time-Weighted Return, kurz TWR) zerlegt man den Anlagezeitraum an jeder Ein- oder Auszahlung in Teilabschnitte. Für jeden Abschnitt wird die Rendite getrennt berechnet, anschließend verkettet man die Ergebnisse: (1 + r₁) × (1 + r₂) × … − 1. Auf diese Weise spielt es keine Rolle mehr, wie viel Geld in welchem Abschnitt investiert war. Die Zahlungen werden nicht ignoriert, sondern neutralisiert, und übrig bleibt die reine Wertentwicklung der Anlage.

So messen auch Fondsgesellschaften die Wertentwicklung ihrer Produkte. Die in Deutschland übliche BVI-Methode beruht ausdrücklich auf der zeitgewichteten Rendite; Ausschüttungen werden rechnerisch sofort wieder angelegt, die laufenden Kosten des Fonds sind berücksichtigt, der Ausgabeaufschlag dagegen nicht. Wenn Sie im Factsheet eines Fonds die Wertentwicklung der vergangenen fünf Jahre in Zwölfmonatsbalken sehen, ist das eine zeitgewichtete Rendite. Und weil sie unabhängig von den Zahlungen eines einzelnen Anlegers ist, eignet sie sich für den fairen Vergleich zweier Fonds oder eines Fonds mit seinem Index.

Einige Depot-Tracker zeigen die zeitgewichtete Rendite unter dem Kürzel TTWROR, das für True Time-Weighted Rate of Return steht. Das „True“ grenzt die Methode von Näherungsverfahren ab: Diese Programme bewerten das Depot an jedem einzelnen Tag neu und verketten die Tagesrenditen, statt die Wertentwicklung zwischen zwei Zahlungen nur zu schätzen. Die TTWROR wird meist kumuliert über den gewählten Zeitraum angegeben; daneben gibt es die auf ein Jahr umgerechnete „TTWROR p. a.“. Wer die beiden verwechselt, vergleicht leicht eine Fünfjahresrendite mit einer Jahresrendite.

Geldgewichtete Rendite (interner Zinsfuß): Wie gut lief es für Sie?

Der interne Zinsfuß (IZF), englisch Internal Rate of Return (IRR), in Excel mit XINTZINSFUSS oder IKV berechnet, ist der Zinssatz, mit dem ein Sparkonto hätte verzinst werden müssen, damit Sie mit denselben Ein- und Auszahlungen zu denselben Terminen beim selben Endwert landen. Er beantwortet also die Frage, welche Jahresrendite Ihr Geld erzielt hat. Jeder Euro zählt dabei so lange, wie er investiert war, und deshalb spricht man von geldgewichteter Rendite. Zahlen Sie kurz vor einem Kurssturz viel Geld ein, drückt das Ihren internen Zinsfuß, obwohl der Fonds selbst nichts anders gemacht hat.

Ein Fonds, drei Anleger

Wie weit die beiden Kennzahlen auseinanderliegen können, zeigt ein einfaches Beispiel. Ein Aktienfonds steigt im ersten Jahr um 20 Prozent und fällt im zweiten um 15 Prozent. Über beide Jahre ergibt das eine zeitgewichtete Rendite von 2 Prozent, also 1,0 Prozent pro Jahr. Drei Anleger investieren in diesen Fonds, aber zu unterschiedlichen Zeitpunkten.

Anleger A Anleger B Anleger C
Zahlungen 16.000 € zu Beginn 4.000 € zu Beginn, 12.000 € nach einem Jahr 16.000 € zu Beginn, Entnahme von 8.000 € nach einem Jahr
Depotwert nach zwei Jahren 16.320 € 14.280 € 9.520 €
Gewinn oder Verlust +320 € −1.720 € +1.520 €
zeitgewichtete Rendite 1,0 % p. a. 1,0 % p. a. 1,0 % p. a.
interner Zinsfuß 1,0 % p. a. −8,8 % p. a. +6,1 % p. a.

Rechenbeispiel: Fondsrendite im ersten Jahr +20 %, im zweiten Jahr −15 %, vor Kosten und Steuern.

Anleger A hat einmal investiert und nichts mehr verändert. Bei ihm stimmen beide Kennzahlen überein, und sie entsprechen auch der CAGR: Ohne Ein- und Auszahlungen führen alle drei Methoden zum selben Ergebnis. Anleger B hat den größten Teil seines Geldes nach dem guten ersten Jahr nachgelegt, also nahe am Höchststand, und den Rückgang im zweiten Jahr mit voller Wucht abbekommen. Obwohl der Fonds im Plus liegt, hat B 1.720 Euro verloren, und sein interner Zinsfuß von minus 8,8 Prozent beschreibt diese Erfahrung korrekt. Anleger C hat nach dem ersten Jahr 8.000 Euro entnommen, die Hälfte seines Einsatzes, und war im schwachen zweiten Jahr nur noch mit kleinerem Betrag dabei; sein Geld hat 6,1 Prozent pro Jahr erzielt.

Für den Fonds ist das Ergebnis dreimal dasselbe, für die Anleger nicht. Daraus folgt nicht, dass B einen Fehler oder C alles richtig gemacht hätte. Meist entstehen Zahlungsströme ganz ohne Hintergedanken, weil das Gehalt kommt, ein Bonus fällig wird oder eine Erbschaft angelegt werden will, und das Timing ist dann schlicht Glück oder Pech. Über viele Anleger hinweg zeigt sich allerdings ein Muster. Die Fondsratingagentur Morningstar vergleicht in ihrer Studie „Mind the Gap“ die zeitgewichtete Rendite von Fonds mit der geldgewichteten Rendite ihrer Anleger. In den zehn Jahren bis Ende 2025 brachten amerikanische Fonds im Schnitt 9,9 Prozent pro Jahr, ihre Anleger aber nur 8,7 Prozent, weil sie zu ungünstigen Zeitpunkten kauften und verkauften. Für in Europa aufgelegte Fonds fand Morningstar in einer früheren Auswertung eine Lücke von 0,7 bis 0,8 Prozentpunkten pro Jahr; andere Forscher kommen auf kleinere Werte. Mehr dazu, wie Sie diese Lücke mit einem gleichmäßigen Sparplan klein halten, lesen Sie im Ratgeber ETF-Sparplan für Anfänger.

Welche Rendite wofür?

Ihre Frage passende Kennzahl
Wie viel habe ich insgesamt verdient? Gewinn in Euro, einfache Rendite (gesamt)
Was hat eine Einmalanlage pro Jahr gebracht? CAGR (identisch mit TWR und IZF, wenn kein Geld geflossen ist)
Wie gut war ein Fonds, ETF oder Index? zeitgewichtete Rendite (TWR, TTWROR)
Hat mein Fondsmanager, Robo-Advisor oder meine Strategie den Markt geschlagen? zeitgewichtete Rendite im Vergleich zur zeitgewichteten Rendite des Index
Was hat mein Geld mit allen Einzahlungen und Entnahmen erzielt? interner Zinsfuß (geldgewichtete Rendite)

Für das eigene Vermögen halten wir den internen Zinsfuß für die ehrlichere Zahl, weil er zeigt, was am Ende auf Ihrem Konto angekommen ist. Wer dagegen Produkte auswählt oder beurteilt, braucht die zeitgewichtete Rendite. Ärgerlich wird es nur, wenn beide Zahlen vermischt werden, etwa wenn ein Anbieter für seine Fonds mit der zeitgewichteten Rendite wirbt und der Anleger glaubt, er selbst habe so viel verdient.

Ihre persönliche Rendite mit dem internen Zinsfuß berechnen

Für den internen Zinsfuß gibt es keine Formel, die man einfach nach dem Ergebnis auflösen könnte. Er wird schrittweise angenähert, und diese Arbeit übernimmt die Tabellenkalkulation. Sie brauchen dafür nur die Umsatzliste Ihres Depots mit allen Käufen, Verkäufen und Ausschüttungen sowie den aktuellen Depotwert.

  1. Zahlungen mit Datum auflisten. Tragen Sie in Spalte A das Datum und in Spalte B den Betrag ein. Geld, das Sie ins Depot einzahlen oder für Käufe aufwenden, bekommt ein Minuszeichen, denn es verlässt Ihre Tasche. Entnahmen, Verkaufserlöse und Ausschüttungen, die Sie nicht wieder angelegt haben, sind positiv.
  2. Den aktuellen Depotwert anfügen. In die letzte Zeile gehören das heutige Datum und der Depotwert als positive Zahl, so als würden Sie heute alles verkaufen.
  3. Die Funktion anwenden. In eine freie Zelle schreiben Sie =XINTZINSFUSS(B2:B6;A2:A6), in englischen Versionen =XIRR(B2:B6,A2:A6). Das Ergebnis ist eine Jahresrendite, die Excel mit einem 365-Tage-Jahr berechnet.
Datum Betrag
01.03.2021 −6.000 €
01.09.2022 −2.500 €
01.04.2024 −3.500 €
01.07.2025 −2.000 €
30.09.2026 18.600 € (aktueller Depotwert)

Rechenbeispiel: vier Käufe über zusammen 14.000 €, interner Zinsfuß rund 7,3 % pro Jahr.

In diesem Beispiel sind 14.000 Euro eingezahlt und 4.600 Euro Gewinn entstanden, eine Gesamtrendite von 32,9 Prozent. Verteilt man sie naiv auf die gut fünfeinhalb Jahre seit dem ersten Kauf, kommt man auf knapp 6 Prozent pro Jahr. Der interne Zinsfuß liegt mit rund 7,3 Prozent deutlich höher, weil ein großer Teil des Geldes erst später investiert wurde und entsprechend weniger Zeit zum Wachsen hatte. Liegen alle Zahlungen in gleichen Abständen, etwa monatlich, können Sie alternativ die Funktion IKV (englisch IRR) verwenden; der aktuelle Depotwert gehört dann als letzter Monatswert dazu. IKV liefert eine Monatsrendite, die Sie mit (1 + Monatsrendite)^12 − 1 auf ein Jahr umrechnen.

Wie aussagekräftig das Ergebnis ist, hängt davon ab, welche Beträge Sie eintragen. Setzen Sie bei Käufen den tatsächlich abgebuchten Betrag inklusive Ordergebühr ein und bei Verkäufen den Betrag nach Abzug von Gebühren und Steuern, zeigt der interne Zinsfuß Ihre Rendite nach Kosten und bereits gezahlten Steuern. Wer auch die Steuer auf noch nicht realisierte Gewinne berücksichtigen will, setzt als letzten Wert den Depotwert nach fiktiver Steuer an. Einen Haken hat die Methode bei kurzen Zeiträumen: Weil sie jedes Ergebnis auf ein Jahr hochrechnet, liefert sie nach wenigen Wochen oft absurde Werte von 50 Prozent und mehr oder tief im Minus. Aussagekräftig wird der interne Zinsfuß frühestens nach einem Jahr, wirklich belastbar erst nach mehreren.

Welche Rendite zeigt Ihr Depot?

Die Renditeanzeigen der Banken und Broker sind leider nicht einheitlich, und kaum ein Anbieter erklärt an prominenter Stelle, wie er rechnet. Am weitesten verbreitet ist bei einzelnen Positionen der Gewinn oder Verlust in Euro und Prozent gegenüber dem Einstandswert, also gegenüber dem, was Sie für die aktuell gehaltenen Anteile bezahlt haben. Das ist eine einfache Rendite ohne Zeitbezug. Bei einem Sparplan hat sie zusätzlich die Eigenart, dass jede neue Rate den Einstandswert erhöht: Frisch angelegtes Geld hat noch nichts verdient und verwässert den Prozentwert, sodass er nach Jahren mit vielen Raten bescheidener wirkt, als die Anlage tatsächlich war.

Dazu kommen ein paar Tücken. Ausschüttungen landen meist auf dem Verrechnungskonto und tauchen in der Positionsrendite nicht auf. Verkaufen Sie einen Teil Ihrer Anteile, verschwindet der realisierte Gewinn in vielen Depots aus der Anzeige, obwohl Sie ihn erzielt haben. Manche Depots und Apps zeigen zusätzlich eine zeitgewichtete Rendite, andere den internen Zinsfuß, manche beides, und bei einigen fließt das Guthaben auf dem Verrechnungskonto mit ein. Werfen Sie deshalb einen Blick in die Hilfe Ihres Anbieters, bevor Sie aus der angezeigten Zahl Schlüsse ziehen. Wenn Sie es genau wissen wollen, rechnen Sie den internen Zinsfuß einmal im Jahr selbst nach. Die Umsatzliste dafür lässt sich bei praktisch jedem Anbieter exportieren.

Brutto, netto, real: Was nach Kosten, Steuern und Inflation bleibt

Die meisten veröffentlichten Renditen sind Bruttowerte, allerdings in unterschiedlichem Ausmaß. Indexrenditen enthalten überhaupt keine Kosten. Fondsrenditen nach der BVI-Methode berücksichtigen die laufenden Kosten des Fonds, nicht aber Ausgabeaufschlag, Ordergebühren, Depotgebühren und Ihre Steuern. Wie stark gerade die laufenden Kosten über die Jahre ins Gewicht fallen, rechnen wir im Ratgeber Kosten der Geldanlage vor.

Von der Nettorendite spricht man, wenn Kosten und Steuern abgezogen sind. Für unser Beispiel mit der Verdreifachung von 15.000 auf 45.000 Euro in einem Aktien-ETF sieht das vereinfacht so aus: Vom Gewinn über 30.000 Euro bleiben dank der Teilfreistellung von 30 Prozent 21.000 Euro steuerpflichtig, nach Abzug des Sparerpauschbetrags von 1.000 Euro noch 20.000 Euro. Darauf fallen 26,375 Prozent Abgeltungsteuer einschließlich Solidaritätszuschlag an, also 5.275 Euro. Nach Steuern bleiben 39.725 Euro, und aus 6,3 Prozent Rendite pro Jahr werden 5,6 Prozent. In der Praxis verteilt sich ein Teil der Steuer über die Vorabpauschale auf die Haltedauer; an der Größenordnung ändert das wenig. Die Einzelheiten zu Teilfreistellung und Vorabpauschale erklären wir im Ratgeber ETF für Anfänger.

Die Realrendite berücksichtigt dagegen die Inflation. Mit der Nettorendite hat sie nichts zu tun, auch wenn manche Ratgeber beides in einen Topf werfen, und berechnet wird sie oft unsauber. Die gängige Abkürzung „Rendite minus Inflationsrate“ ist nur eine Näherung. Exakt lautet die Formel: Realrendite = (1 + nominale Rendite) ÷ (1 + Inflationsrate) − 1. Bei 6,3 Prozent Rendite und 2 Prozent Inflation, dem mittelfristigen Ziel der Europäischen Zentralbank, ergibt das 4,2 Prozent; die Näherung käme auf 4,3 Prozent. Bei höheren Raten wächst der Unterschied. Zum Vergleich: Im September 2026 lag die Inflationsrate in Deutschland nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamts bei 3,3 Prozent.

Stufe Endwert nach 18 Jahren Rendite pro Jahr
vor Steuern (nominal) 45.000 € 6,3 %
nach Steuern (nominal) 39.725 € 5,6 %
nach Steuern und 2 % Inflation (real) rund 27.800 € in heutiger Kaufkraft 3,5 %

Vereinfachte Rechnung: 15.000 € Einmalanlage in einem Aktien-ETF, Steuer vollständig beim Verkauf, Sparerpauschbetrag einmal angerechnet, ohne Kirchensteuer.

Für die Frage, ob Sie sich vom Ergebnis später mehr leisten können als heute, zählt am Ende die reale Rendite nach Steuern. Sie fällt deutlich bescheidener aus als die Zahl, mit der Fonds und Indizes beworben werden, lag bei breit gestreuten Aktienanlagen auf lange Sicht aber klar über dem, was Tagesgeld real übrig ließ.

Was ist eine gute Rendite?

Eine pauschale Antwort gibt es nicht, wohl aber eine brauchbare Methode: Eine Rendite ist gut, wenn sie mindestens so hoch ist wie die einer einfachen, günstigen Alternative mit vergleichbarem Risiko über denselben Zeitraum. Für einen aktiv verwalteten Aktienfonds ist das ein breiter Index-ETF. Achten Sie dabei auf vier Dinge: zeitgewichtete Renditen nur mit zeitgewichteten vergleichen, gleiche Zeiträume wählen, dieselbe Währung verwenden und Indexwerte mit wiederangelegten Dividenden heranziehen. Ein Fonds, der in zehn Jahren 85 Prozent zugelegt hat, klingt erfolgreich; pro Jahr sind das 6,3 Prozent, und ob das gut war, entscheidet erst der Vergleich mit dem Markt im selben Jahrzehnt.

Für den eigenen Sparplan bietet sich ein „Schattendepot“ an: Sie rechnen aus, was dieselben Beträge zu denselben Terminen in einem breiten Welt-ETF erbracht hätten, und vergleichen den internen Zinsfuß beider Varianten. Liegt Ihr Depot dauerhaft dahinter, kosten Sie Ihre Produktauswahl, Ihre Kosten oder Ihr Timing Rendite, und dieser Befund ist meist aufschlussreicher als die Renditezahl selbst.

Als Orientierung für die Größenordnungen: Gute Tagesgeldkonten ohne befristete Lockzinsen zahlen derzeit zwischen 2,4 und 3 Prozent. Der MSCI World hat seit 1975 im Schnitt ein Mehrfaches davon erzielt, im schlechtesten 15-Jahres-Zeitraum aber nur 1,3 Prozent pro Jahr. Für Planungsrechnungen verwenden wir in unseren Ratgebern deshalb 6 Prozent pro Jahr für ein weltweit gestreutes Aktiendepot, ausdrücklich als Annahme. Wer eine deutlich höhere Rendite verspricht oder erzielt, geht in aller Regel auch ein deutlich höheres Risiko ein. Eine Rendite von 8 Prozent mit heftigen Schwankungen ist deshalb nicht automatisch besser als 6 Prozent mit ruhigerem Verlauf, denn die Mehrrendite ist der Lohn für das Risiko und keine Auszeichnung für eine klügere Strategie.

Typische Fehler bei der Renditeberechnung

Die Gesamtrendite durch die Jahre teilen. Der häufigste und folgenreichste Fehler, auch auf Seiten, die es besser wissen müssten. Über lange Zeiträume kann das Ergebnis dadurch fast doppelt so hoch ausfallen wie die tatsächliche Jahresrendite.

Kurze Zeiträume hochrechnen. Ein guter Monat ergibt hochgerechnet eine Traumrendite, ein schlechter einen Jahresverlust, der nach Börsencrash aussieht. Beides ist bedeutungslos. Unter einem Jahr nennen Sie besser nur die Gesamtrendite.

Das arithmetische Mittel als Durchschnittsrendite verwenden. Es überschätzt die erzielte Rendite umso stärker, je mehr die Jahresergebnisse schwanken.

Einzahlungen wie Gewinne behandeln. Steigt Ihr Depot innerhalb eines Jahres von 9.000 auf 12.500 Euro, haben Sie nicht 3.500 Euro verdient, wenn 2.100 Euro davon aus Ihrer Sparrate stammen. Der Gewinn beträgt 1.400 Euro.

Ausschüttungen und Dividenden vergessen. Wer bei ausschüttenden ETFs nur auf die Kursentwicklung schaut, unterschätzt seine Rendite um die Ausschüttungsrendite, bei breiten Welt-Aktienindizes derzeit rund 1,5 Prozent pro Jahr.

Fondsrendite mit eigener Rendite verwechseln. Die Wertentwicklung im Factsheet ist zeitgewichtet und ohne Ausgabeaufschlag gerechnet. Was Sie selbst erzielt haben, kann deutlich darüber oder darunter liegen.

Den Startpunkt passend wählen. Wer seine Rendite ab dem Tiefpunkt eines Crashs misst, sieht glänzende Zahlen. Achten Sie bei Renditeangaben anderer immer darauf, wann der Zeitraum beginnt, und bei Ihren eigenen darauf, dass Sie ehrlich ab dem ersten Kauf rechnen.

Unser Fazit

Für eine Einmalanlage ohne weitere Zahlungen genügt die CAGR, die Sie mit einer einzigen Formel oder der Excel-Funktion ZSATZINVEST erhalten. Sobald Sie regelmäßig einzahlen oder Geld entnehmen, ist der interne Zinsfuß die Kennzahl, die Ihren tatsächlichen Anlageerfolg zeigt. Die zeitgewichtete Rendite brauchen Sie, um Fonds und Indizes fair miteinander zu vergleichen, aber sie sagt Ihnen nicht, was Ihr eigenes Geld verdient hat.

Keine dieser Kennzahlen ist perfekt. Die CAGR verschweigt, wie holprig der Weg war, die zeitgewichtete Rendite blendet das Timing aus, und der interne Zinsfuß ist bei kurzen Zeiträumen unbrauchbar. Historische Durchschnittsrenditen hängen zudem stark davon ab, wann man zu zählen beginnt. Wer diese Grenzen kennt, lässt sich von schönen Prozentzahlen nicht mehr so leicht beeindrucken, weder in der Werbung noch in der eigenen Depot-App.

Unser Rat: Exportieren Sie einmal im Jahr die Umsatzliste Ihres Depots, berechnen Sie den internen Zinsfuß und vergleichen Sie ihn mit dem, was ein breiter Welt-ETF mit denselben Zahlungen gebracht hätte. Das dauert eine Viertelstunde und sagt mehr über Ihren Anlageerfolg als jede Renditeanzeige. Ihre eigenen Szenarien können Sie mit unserem Renditerechner durchspielen.

Häufige Fragen

Wie berechnet man die Rendite?

Im einfachsten Fall teilen Sie den Gewinn durch das eingesetzte Kapital und multiplizieren mit 100: Rendite = (Endwert − Anfangswert) ÷ Anfangswert × 100. Zum Endwert gehören auch erhaltene Dividenden, Zinsen und Ausschüttungen. Diese Formel liefert eine Gesamtrendite für den ganzen Zeitraum; für die Rendite pro Jahr brauchen Sie die CAGR, bei Ein- und Auszahlungen den internen Zinsfuß.

Wie berechne ich die jährliche Rendite über mehrere Jahre?

Mit der Formel (Endwert ÷ Anfangswert)^(1 ÷ Anzahl der Jahre) − 1. Werden aus 15.000 Euro in 18 Jahren 45.000 Euro, ergibt das 6,3 Prozent pro Jahr. In Excel und Google Tabellen erledigt das die Funktion =ZSATZINVEST(18;15000;45000). Teilen Sie die Gesamtrendite nicht einfach durch die Jahre, sonst fällt das Ergebnis zu hoch aus.

Was bedeutet CAGR?

CAGR steht für Compound Annual Growth Rate, auf Deutsch durchschnittliche jährliche Wachstumsrate. Sie gibt an, mit welchem konstanten Satz ein Wert jedes Jahr hätte wachsen müssen, um vom Anfangs- zum Endwert zu kommen. Unternehmen nutzen die Kennzahl für Umsätze, Anleger für die Rendite einer Einmalanlage. Für Sparpläne eignet sie sich nicht.

Ist Rendite gleich Gewinn?

Nein – der Gewinn ist ein Betrag in Euro, die Rendite setzt ihn ins Verhältnis zum Kapital und zur Zeit. 3.900 Euro Gewinn aus 15.000 Euro in vier Jahren sind 5,9 Prozent pro Jahr; derselbe Gewinn aus 50.000 Euro wäre ein mageres Ergebnis. Erst die Rendite macht Anlagen unterschiedlicher Größe vergleichbar.

Was ist der Unterschied zwischen Zinsen und Rendite?

Der Zins ist der vereinbarte Ertrag für verliehenes Geld, die Rendite das gesamte Ergebnis einer Anlage. Beim Tagesgeld ohne Gebühren sind beide praktisch gleich. Bei Anleihen kommen Kursveränderungen hinzu, bei Aktien und ETFs gibt es gar keinen Zins, sondern Kursgewinne und Dividenden.

Was ist eine gute TTWROR?

Das lässt sich nur im Vergleich beantworten. Die TTWROR ist eine zeitgewichtete Rendite, also vergleichen Sie sie mit der Wertentwicklung eines passenden Index oder ETFs im selben Zeitraum. Liegt Ihre TTWROR über mehrere Jahre in der Nähe eines breiten Welt-ETFs, haben Ihre Anlagen gut abgeschnitten. Achten Sie darauf, ob die angezeigte Zahl kumuliert oder pro Jahr („p. a.“) gilt.

Wie berechne ich die Rendite meines ETF-Sparplans?

Mit dem internen Zinsfuß. Listen Sie alle Sparraten und Käufe mit Datum als negative Beträge auf, fügen Sie den aktuellen Depotwert mit heutigem Datum als positiven Betrag an und wenden Sie die Funktion XINTZINSFUSS an. Wer den Gewinn durch die Summe der Einzahlungen und dann durch die Jahre teilt, unterschätzt die Rendite eines Sparplans deutlich, weil ein Großteil des Geldes nur kurze Zeit investiert war.

Ist eine Rendite von 6 Prozent gut?

Für ein weltweit gestreutes Aktiendepot über lange Zeiträume ist 6 Prozent pro Jahr eine realistische, eher vorsichtige Annahme; der MSCI World hat seit 1975 im Schnitt mehr erzielt, in einzelnen Jahrzehnten aber auch deutlich weniger. Für eine sichere Anlage wie Tagesgeld wären 6 Prozent derzeit unrealistisch. 8 Prozent pro Jahr hat ein Welt-Aktienindex in der Vergangenheit über lange Zeiträume zwar erreicht, als Planungsgrundlage halten wir diesen Wert aber für zu optimistisch.

Wie rechne ich eine Monatsrendite in eine Jahresrendite um?

Mit der Formel (1 + Monatsrendite)^12 − 1. Aus 0,5 Prozent pro Monat werden so 6,2 Prozent pro Jahr, nicht 6 Prozent, weil sich die Monatserträge verzinsen. Umgekehrt ergibt sich die Monatsrendite als (1 + Jahresrendite)^(1 ÷ 12) − 1.


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Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ist keine Anlage- oder Steuerberatung. Die Rechenbeispiele beruhen auf Beispielwerten und Annahmen; vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Indexdaten: Stand 31.08.2026; Steuerwerte und Freibeträge: Stand 2026; alle übrigen Angaben: Stand Oktober 2026.

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